Agatha Christie – Queen of Crime

29. August 2014

Agatha Christie Buch

Ich behaupte jeder, der gerne Bücher liest, hat sie schon erlebt. Diese schlaflosen Nächte, dieses Nicht-Aufhören-Wollen, weil die Spannung so groß ist, dass man unbedingt wissen muss, wie die Geschichte endet. Es ist zwar schon mitten in der Nacht, aber eine Seite will ich unbedingt noch lesen. Und aus einer Seite werden zehn, zwanzig, dreißig.

Man möchte sich schon fast Streichhölzer zwischen die Augenlider klemmen, weil die Äuglein schon vor Müdigkeit klimpern. In wenigen Stunden klingelt der Wecker, aber das ist in diesem Moment egal. Was zählt ist, den Mörder zu entlarven, seine Spuren aufzudecken und ihn auf frischer Tat ertappen, bevor er ein weiteres Unheil anrichten kann. Und wenn man dies nach langem Kampf gegen die Müdigkeit und für die Gerechtigkeit geschafft hat, kann man getrost in die weichen Kissen sinken. Das Gute hat wieder einmal gesiegt. Dann schläft es sich besonders gut.

Genau solch ein Lesefieber hat mich vor einiger Zeit wieder gepackt. Ich habe unendlich viele Bücher zu Hause, die ich alle so gerne lesen möchte. Und trotzdem lass ich mich immer von neuen Angeboten in die Buchläden locken. Und letztens hatten sie mich wieder!

Ein großes Schild warb für reduzierte Agatha Christie Romane – zum halben Preis! Da schlägt das Frauen- und Leserherz gleich höher. Bis vor Kurzem kannte ich die Kriminalgeschichten der englischen Autorin nur aus den schönen, alten Filmen. Peter Ustinov als der belgische Detektiv Hercule Poirot und Margaret Rutherford als schrullige Hobbydektektivin Miss Marple haben mich von kleinauf fasziniert.

Zuerst kaufte ich vier Bücher. Um zu schauen, ob mir Christie’s Schreibstil auch zusagt. Den nächsten Morgen fuhr ich gleich zum Buchladen zurück und kaufte nahezu den ganzen Angebotstisch leer. Wem diese Retro Einbände auch so gut gefallen wie mir, der findet sie hier.

Die ersten Bücher hatte ich nach ein bis zwei Tagen durch. Ich konnte einfach nicht anders! Ich dachte mir, ich könne doch nicht nach kurzer Zeit alles durchgelesen haben, also musste ich mir einen kleinen Vorrat anlegen. Denn so schnell würde ich von diesen detailverliebten, spannenden und altmodischen Kleinstadtkrimis nicht wegkommen.

Agatha Christie

Agatha Christie wurde 1890 in Devon geboren und starb 1976 im Alter von 85 Jahren als Dame Agatha Christie. Die „Queen of Crime“ entwickelte den modernen britischen Kriminalroman. 73 solcher Romane schuf sie im Laufe ihres Lebens, hinzu kamen zahlreiche Kurzgeschichten, Theaterstücke, Romanzen (geschrieben unter dem Pseudonym Mary Westmacott), ein Gedichtband und eine Autobiografie. Die Britin gilt als die meistgelesene Schriftstellerin überhaupt. Dass sie auch Archäologin und Krankenschwester war, lässt sie in so manchen ihrer Geschichten durchblicken.

Agatha Christie Buch
Was fasziniert mich an Agatha Christie Büchern?

Ich habe von Anfang an das Gefühl, Teil der Geschichte zu sein. Man lernt die Menschen mit ihren Eigenheiten, verstrickten Beziehungen und Techtelmechteln kennen, als würde sich die Szenerie im Nachbardorf abspielen. Ich mag es, wenn man so tief in der Dramatik drinsteckt, als würde man selbst in Komplott und Intrigen mitmischen. Agatha Christie schreibt so detailverliebt, dass der Leser den Eindruck hat, auf eigene Faust durch die Gänge der alten Gemäuer zu stromern, über den Nildampfer zu spazieren oder im prunkvoll dekorierten Orientexpress zu Abend zu essen.

Agatha Christie schmückt ihre Geschichten mit unendlich vielen Kleinigkeiten, die alle früher oder später eine besondere Rolle in der Entwicklung der Ermittlungen spielen. Sie lässt den Leser jedoch nicht komplett in offene Karten schauen. Ihre außerordentlich gewitzten Detektive behalten bis zum Schluss wichtige Informationen und Vermutungen für sich. So ist die Geschichte nie vorhersehbar. Der Leser erlebt im großen Finale einen Wow – Effekt. Es öffnen sich Türen und Tore. Verwicklungen und Querverbindungen zwischen den Protagonisten tun sich auf, die man bis dato nicht für möglich hielt.

Letztendlich geht es in ihren Romanen oftmals um das Erbe. Wohlhabende, adlige Familien, deren Nachkommen sich um Grundstücke und Geld streiten. Manchmal strengt es etwas an, sich all die Namen und Familienzugehörigkeiten zu merken. (Ich habe auch schon das eine oder andere Mal überlegt, mir gleich einen Flip-Chart dazu zu malen, um den Überblick zu behalten.:)) Wer hat welches Testament hinterlassen, und wem wird welcher Nachlass zugedacht. Am Ende fädelt sich jedoch alles zurecht und dabei werden die Geschichten nie langweilig.

Heutzutage sind viele Kriminalromane ausgeschmückt mit blutrünstigen Szenerien. Der Leser wird versorgt mit immer dramatischeren, noch brutaleren Geschichten, dass man sich ganz schnell daran gewöhnt und abstumpft. Deshalb schätze ich besonders solche Bücher, bei denen es weniger um die Brutalität der Morde geht. Agatha Christie legt Wert auf die Geschichten hinter den Morden.

Ihre Bücher laden zu einer Zeitreise. Die Darstellung der Manierlichkeiten und Eigenheiten der vornehmen Gesellschaft am Anfang des 20. Jahrhunderts geben einen interessanten und teils amüsanten Einblick in den Alltag der damaligen Zeit.

Um meine Worte zusammenzufassen: Ihre Krimis zu lesen ist einfach ein Genuss. Wer einmal angefangen hat, kann nicht mehr aufhören. Egal, wie früh der Wecker klingelt!

The End.

Agatha Christie Bücher

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2 Kommentare

  • Antworten Kathrin 29. August 2014 at 15:50

    sehr schöner Artikel;
    ich gebe dir recht: Agatha ist DIE queen of crime!

  • Antworten Vintagemädchen 22. September 2014 at 19:04

    Absolut! Dann nichts wie ab in den Buchladen! :))

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