Zum Kaffee ins Café Riquet Leipzig

12. Oktober 2014

Das Café Riquet in Leipzig.

Kaffeekultur

Die Leipziger Kaffeekultur hat eine besonders lange Geschichte hinter sich. Bereits 1694 wurde das Getränk dort erstmals öffentlich ausgeschenkt. In Verbindung mit europäischem Porzellan, wie das der Meißener Traditionsmanufaktur, wurde es über die Jahre zu einem der populärsten Getränke in Sachsen.

Aus diesem Grund wurden die Einheimischen oft ironischerweise als Kaffeesachsen bezeichnet.

Sachsen war bis in das 20. Jahrhundert hinein einer der führenden deutschen Wirtschaftsstandorte. Die breitere Bevölkerungsschicht war in der glücklichen Lage, das prestigeträchtige Getränk zu konsumieren. Im Laufe der Zeit wurden zahlreiche, zauberhafte kleine Cafés in Leipzig eröffnet. Leider existiert von den einstmals etwa dreißig Kaffeehäusern heute keines mehr.

Jedoch gibt es im Herzen der Innenstadt einen zauberhaften Ort, an dem diese lange Tradition wieder neu belebt wird. Das 1996 eröffnete Café Riquet lässt in Jugendstilmanier das Kaffeetrinken zu einem nostalgischen Erlebnis werden.

Café Riquet Leipzig

Geschichte

Ich bin eine lange Zeit an diesem Café vorbeigelaufen. Ich fand es von außen sehr beeindruckend und zauberhaft, doch hatte ich aufgrund der hochwertigen Gestaltung das Gefühl, als einfache Studentin dort etwas fehl am Platze zu sein. Bis ich mich doch ein Mal hineingetraut habe. Und ich merkte, dass ich völlig falsch lag. Jedermann fühlt sich dort willkommen. Die Preise sind nicht anders, als in anderen Einrichtungen, nur dass das Ambiente im Café Riquet einfach einzigartig ist.

Das laut Website ‚einmalige architektonische Kleinod‘ ist tatsächlich ein stilvolles Unikat. Das Geschäftshaus der Firma Riquet wurde 1908 errichtet und gehörte einst zu den modernsten Gebäuden Leipzigs. Die Handelstradition der Kaffee-Familie Riquet reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Aufgrund der Beziehungen der Firma Riquet zu Ostasien und dem Orient wurden in eindrucksvoller Weise viele Elemente der dortigen Kulturen in die Gestaltung des Hauses integriert.

Das geschweifte Dachtürmchen erinnert an die chinesische Baukunst, während die die Eingangstür flankierenden Elefantenköpfe das Markenzeichen des Unternehmens darstellen.

Zusammen mit der typischen Leipziger Lerche lassen sich dort viele internationale Kaffeespezialitäten genießen. Als Alternativen zum Koffeingetränk werden auch sorgfältig ausgesuchte Tee- und Schokoladensorten angeboten. Auch die Auswahl Kuchen und Torten ist sehr verlockend.

Café Riquet Leipzig Kaffeehaus

Mir gefällt es, mitten in der Innenstadt ein so schönes Fleckchen zu finden, an dem ich mich in eine kleine Zeitreise begeben kann. Sogar die Bedienung mit ihren Retro Kleidern an die Geschichte des Hauses angepasst. Wenn ich mal einen Moment für mich brauche und etwas abschalten möchte, dann fühle ich mich dort pudelwohl.

Es ist der ideale Ort, um es sich mit Freund oder Freundin gemütlich zu machen und über das Leben zu sinnieren, die Menschen beim Schlendern durch die Straßen zu beobachten oder einfach köstliches Gebäck zu genießen. Ich setze mich dort auch gerne mit einem Buch hinein, um ganz für mich zu sein und mich von der klassischen Musik berieseln zu lassen.

Wer also mal eine etwas andere, nostalgische Art von Kaffeetrinken erleben und genießen möchte, und einmal in die alte, sächsische Kaffeekultur eintauchen mag, diesem sei dieser Ort wärmstens ans Herz gelegt.

Café Riquet Leipzig Innenstadt

 

Mehr zur Kaffeekultur in Leipzig:

Mein Besuch im Café Grundmann.

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10 Kommentare

  • Antworten Lina 12. Oktober 2014 at 14:05

    Richtig schön! Ich bin da auch schon oft dran vorbeigelaufen, hatte aber – genauso wie du – nie den Eindruck, dass das etwas für meine Altersklasse sei. Da lag ich anscheinend falsch :)
    Wird bestimmt bald getestet!

    Übrigens war es genauso mit dem Café Maître an der Karli, da hast auch du mich überhaupt drauf gebracht. Und das werde ich auch bald mal ausprobieren!

    Also danke :)

  • Antworten Vintagemädchen 12. Oktober 2014 at 14:09

    Das freut mich aber sehr! Dann wünsche ich dir auf jeden Fall schöne, entspannte Café-Besuche. :))

    Und es ist wirklich so: einfach mal ausprobieren ist viel besser, als fünf Mal daran vorbeizulaufen und sich doch nicht zu trauen.
    Liebe Grüße!

  • Antworten Mona 12. Oktober 2014 at 14:46

    Was für ein zauberhaftes Café… Zu schade das Leipzig soweit weg ist, das wäre ein Ort, den ich nur zu gerne besuchen und eine Tasse Kaffee genießen würde.
    Liebe Grüße, Mona von Belle Mélange

  • Antworten Wowoleco.blogspot.de 12. Oktober 2014 at 15:10

    Oh man! Jetzt möchte ich nach Leipzig! Ich war sowieso noch nie dort… und ich liebe den Jugendstil <3 Eine meiner liebsten (Kunst)-Epochen! Danke für den informativen Beitrag!

  • Antworten Vintagemädchen 12. Oktober 2014 at 15:20

    Dann ist es doch mal ein Anlass, vorbeizuschauen. Es gibt hier noch mehr schöne Sachen zu entdecken. :))

  • Antworten Anita Schura 12. Oktober 2014 at 20:08

    Mir wird ganz warm ums Herz, wenn ich diesen Artikel lese. Ich kenne das Gefühl nur zu gut, dass man manche Läden einfach nicht betreten will, weil man denkt, dass andere denken dass…blablabla. Manchmal macht man sich einfach zu vele Gedanken.

    Und letzten Monat bin ich auch in so ein Restaurant einfach reinmarschiert und war erstaunt, da ich mich auch sofort wohlgefühlt und willkommen gefühlt habe :)

    Es freut mich für dich und für uns alle, die diesen Artikel lesen, dass du dieses kleine Café entdeckt hast, denn wenn ich mal in der Gegend sein sollte, werde ich auf jeden Fall vorbeischauen :)

    Liebste Grüße

    Anita

    http://theapplepig.blogspot.de

  • Antworten elfenglanz 12. Oktober 2014 at 20:24

    Wow, definitiv ein Grund, wieder nach Leipzig zu fahren. (Leider ist es mittlerweile so weit weg…)
    Bezaubernde Bilder eines wirklich tollen Lokals (soweit man das als Leser beurteilen kann) und eine schöne Liebeserklärung von dir.
    Schade, dass es wenig solcher Kleinode noch gibt – und toll, dass sie im Strudel der modernen und überdesigneten Lokale doch noch mal solche Cafès aufmachen.
    Dein Blog ist übrigens echt schön!

    LG
    elfenglanz

    https://elfenglanz.wordpress.com/

  • Antworten Zu Besuch im Cafe Riquet Leipzig | Gastro L.E. 13. Oktober 2014 at 10:24

    […] Dieses Haus mit auffallenden Fassade ist sicher das meist fotografierte Haus in ganz Leipzig. Im Erdgeschoß befindet sich seit 1996 ein Café im Jugendstil. Drin war ich allerdings noch nicht, dafür hat die Leipziger Bloggerin Vintagemaedchen das Cafe Riquet kürzlich aufgesucht und ist voll des Lobes. Alles über Ihren Besuch und einiges zur Kaffeetradition in Leipzig könnt ihr in Ihrem netten Bericht lesen: Kaffee im Cafe Riquet. […]

  • Antworten Swen 23. Dezember 2015 at 22:03

    Hallo, ich muss dir völlig recht geben, dass das Riquethaus ein recht einzigartiges Kaffeehaus in Leipzig ist. Auch wenn es dort etwas mehr kostet als in anderen Cafés, kann man hier drinnen die einzigartige Einrichtung sowie die Tradition der Kaffee- und Kakaokunst genießen. Auch wir haben schon oft im Riquethaus gesessen und das nostalgische Ambiente genossen. Ich würde jedem Leipzig Besucher empfehlen, einmal das Kaffeehaus zu besuchen. Gruß aus „klein Paris“, Swen

    • Antworten Vintagemaedchen 24. Dezember 2015 at 21:09

      Hallo lieber Swen!

      Das freut mich, dass auch du das Riquet sehr magst. Ich finde es schön, wenn man das Kaffeetrinken richtig zelebriert und genießt.
      Dafür war es ja ursprünglich da, und das Riquet ist der perfekte Ort für Entspannung!

      Liebe Grüße und eine wunderbare Weihnachtszeit,
      Victoria

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