Fast Fashion – die brutale Industrie der Vernichtung & was du dagegen tun kannst

10. März 2016

Die Fast Fashion Industrie beeinflusst uns alle so stark, dass wir selbst nicht merken, wie wir Opfer eines gedankenlosen, unsinnigen und folgenschweren Konsums geworden sind.

Ich finde, als Blogger trage ich eine gewisse Verantwortung. Man schafft eine Plattform, die immer von persönlicher Meinung geprägt ist, die Inspirationen und Einfluss auf und für ihre Leser darstellt.

Und so schreibe ich über ein Thema, das mir wahnsinnig am Herzen liegt, mich berührt, beängstigt und belastet.

Die Schattenseiten der Mode | Dresden

Kürzlich habe ich eine sehr aufrüttelnde Ausstellung im Deutschen Hygiene-Museum Dresden besucht.

„Fast Fashion – die Schattenseiten der Mode“ nimmt aus verschiedenen Blickwinkeln die Mechanismen der Modeindustrie unter die Lupe.

Fast Fashion Ausstellung

Foto Oliver Killig.

Knallhart und ehrlich werden im Fokus auf Ökonomie, Ethik und Ökologie die Umstände und Hintergründe dieser Industrie beleuchtet, die uns unterbewusst so stark lenkt, dass wir nicht merken, welche dramatischen Auswirkungen sie auf uns und unsere Umwelt hat.

Die hier gezeigten Informationen und Werke stammen auszugsweise aus dem Museum. Die zugrundeliegende Meinung in diesem Beitrag ist nicht die des Hygiene-Museums oder die Aussage der Ausstellung, sondern allein meine subjektive, ehrliche und persönliche Empfindung.

Erschreckendes Konsumverhalten

Als „Fast Fashion“ wird Mode betrachtet, welche massenhaft produziert und zu Niedrigpreisen verscherbelt wird. Mode, deren Produktion so ungeheuer beschleunigt ist, dass zwischen Entwurf und Auslieferung eines Stückes gerade einmal zwei Wochen liegen.

Die Kuratoren beleuchten die Vereinheitlichung der Mode und den globalen Mainstream. Durch immer wieder neue Kollektionen werden wir als Konsument dazu gedrängt, regelmäßig die neuesten Stücke zu besitzen, was die Zeit zwischen Kauf und Verschleiß der Kleidung enorm forciert.

Fast Fashion Textilarbeiter

Frauen zertrennen Kleidungsstücke mit Gemüsemessern. Tim Mitchell 2005, Preparing the clothing for Shredding.

Beim Gedanken daran, dass in Leipzig demnächst ein Primark monströsen Ausmaßes eröffnet wird, wird mir schlecht!

Bald werden tausende Teenager kreischend diesen gigantischen Ramschtempel in unserem doch eigentlich so wunderschönen Stadtzentrum ansteuern, um möglichst viele Klamotten zu möglichst niedrigen Preisen zu horten, diese ein paar Male zu tragen und nach kurzer Zeit aufgrund rasant wechselnder Trends und mangelnder Qualität achtlos in die Tonne zu werfen.

Denkt nicht einer dieser Menschen darüber nach, wie es überhaupt sein kann, dass ein angeblicher Wollpullover keine zehn Euro kostet?

Neueste Trends auf Kosten von Menschenleben

Die Fast Fashion Industrie liefert katastrophale Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten, die Löhne liegen unterhalb des Existenzminimums.

Fast Fashion Textilarbeiter

Die Mutter der vermissten Rina (18) wartet verzweifelt vor einem Absperrzaun auf ihre Tochter. Auf der anderen Seite des Zauns türmen sich die Trümmer der eingestürzten Fabrik in Savar / Dakha, Bangladesch. „Death of a Thousand Dreams“, Taslima Akther, 2013.

Billiglohnländer wie China, Indien, Bangladesch oder Kambodscha sind es, die zum Großteil – die Zahl liegt laut Ausstellung bei 90% – die Kleidung für uns produzieren und die schlimmen Folgen der westlichen, von Billigklamotten verwöhnten Wegwerfgesellschaft ausbaden müssen.

Jährlich sammeln sich in Deutschland ca. 1,2 Mio. Tonnen Altkleider an.

Die Fast Fashion Ausstellung zeigt beispielsweise Videos einer selbsternannten Youtuberin, die damit prahlt, wie sie für kleines Geld tütenweise die neuesten Klamotten geshoppt hat. Während sie ihre Errungenschaften in die Kamera hält, werden stolz die Preise von Blusen und Hosen eingeblendet, die etwa zwischen vier und acht Euro schwanken.

Dazu flackert noch eine knallbunte Schriftzeile ins Bild: „Diese Bluse MUSS jede von euch in ihrem Kleiderschrank haben!“ Kopfschüttelnd, von Übelkeit und der Frage geplagt, ob in solchen Menschen auch der Bruchteil eines funktionierenden Gehirns schlummert, gehe ich zum nächsten Ausstellungspunkt.

Im Durchschnitt besitzen Konsumenten heute 4x mehr Kleidung als 1980.

Was bedeuten diese niedrigen Preise für die Textilarbeiter? Die Industrie schafft zwar Arbeitsplätze in Entwicklungsländern. Doch das geschieht auf Basis unmenschlicher Arbeitsbedingungen. Bei täglichen Schichten von 10 bis 16 Stunden, sieben Tage in der Woche, bleiben am Ende etwa ein Prozent des Kleidungspreises für den Lohn der Arbeiter.

Ein einfaches T-Shirt kostet heute genauso viel wie ein Laib Käse.

So haben Kleidungsstücke von H&M und Co. einen Warenwert von 0,10 bis 0,15 Euro. Was bei einem T-Shirt von fünf Euro im Verkauf für die Näherin übrig bleibt, ist nicht schwer zu kalkulieren. Und erschreckend.

Fast Fashion Textilarbeiter

Textilarbeiter präsentieren bei einem Projekt die von ihnen produzierte Kleidung. Erkennst du das Plakatdesign wieder? Susanne A. Friedel 2012, Piezo Pigment Print von analoger Vorlage.

Wie die Umwelt leidet

Mit Fast Fashion wird eine Industrie geschaffen, die absolut gleichgültig, kaltblütig und lebensverachtend agiert. Und wir Konsumenten tragen die Folgen mit – ohne darüber nachzudenken, was das für uns und unsere Umwelt bedeutet.

Die Ausstellung im Museum zeigt einige der barbarischen Aspekte von Billigproduktionen, die mir das Herz still stehen lassen.

Stelle dir diese grausamen Szenen vor, die winzigen, vor Schmerzensschreien aufgerissenen Münder der Angora Kaninchen, denen bei lebendigem Leibe auf brutalste Weise das Fell aus der empfindlichen, dünnen Haut gerissen wird. Die Chinesischen Arbeiter sind so abartig skrupellos, das man sich fragt, ob überhaupt eine menschliche Seele in diesen wutverzerrten Körpern steckt.

Was passiert mit dem Fell dieser wundervollen, unschuldigen, aufs ärgste gefolterten Lebewesen? Es landet in einem hässlichen Billigpullover von H&M, Primark und Co., um dann nach zwei Wochen aufgrund neuerer „Trends“, fehlenden „Aaah’s“ und „Oh wie ist der Schön’s“ der ach so modisch bewussten Freundinnen im Müll lieblos entsorgt zu werden. Das macht mich krank!

Fast Fashion Recycled Fashion

Berge von Altkleidung in Indien. Clothing Recycled, Tim Mitchell 2005.

Eine weitere Objektbeschreibung ließ uns erstarren. Dabei hieß es, dass eine Undercover Recherche von Peta USA 2014 herausfand, dass in Australien, dem weltweit größten Woll-Exporteur, Schafe von den Arbeitern während der Schur auf perverse Weise gefoltert werden.

Sie werden geschlagen, getreten, auf ihnen wird herumgetrampelt, sie werden herumgeworfen, verstümmelt, getötet. Die kurze Videosequenz dieser barbarischen Brutalität, die am Eingang der Ausstellung auf uns wartete, wird mir wohl nie wieder aus dem Kopf gehen.

Ich selbst besitze auch ein Kleidungsstück mit Kunstpelz Elementen. Mehrmals habe ich es untersucht, ob es auch wirklich künstliches Fell ist. Tragischerweise werden viele Kleidungsstücke als Kunstpelz gekennzeichnet, obwohl das Fell doch von echten Tieren stammt.

Fast Fashion Kunstpelz

Diesen Mantel von Topvintage liebe ich sehr. Auch hier habe ich mehrmals geschaut, ob ich wirklich Kunstpelz trage. Etwas anderes könnte ich mir nicht verzeihen. Und doch werde ich ab und zu verachtender Blicke gestraft, da man das Material für echt hält. Foto von Stefan Sell.

Wir leben in einer Zeit, in der kein Tier mehr für Mode sterben muss. Alles lässt sich künstlich herstellen. Bitte schau genau hin! Eine gute Anleitung, wie du echten Pelz erkennen kannst, findest du hier.

Auch die Bilder der allgemeinen Umweltbelastung haben uns sprachlos und bedrückt nach dem Besuch des Museums zurückgelassen.

Beim Anbau von Baumwolle werden in China ca. 7.000 (!) verschiedene Chemikalien eingesetzt.

So ist durch enormen Ressourcenverbrauch der Aralsee, ein ehemals gigantischer See in Zentralasien und einer der größten Binnenseen der Erde, enorm ausgetrocknet. Der Vergleich der Luftbilder der letzten Jahrzehnte lässt das heutige Gewässer wie eine traurige Pfütze erscheinen.

Fast Fashion Aralsee

NASA Sattelitenbilder des Aralsees: Links 1989, Rechts 2008.

Wie schlimm muss die Natur missbraucht werden, dass der Mensch es schafft, eines der größten Gewässer der Erde trocken zu legen? Und wieso muss die Natur erst restlos zerstört werden, bis langsam ein Umdenken stattfindet?

Was ist aus uns Menschen geworden, dass wir zu solch kaltblütigen, rücksichtslosen Taten fähig sind?

Slow Fashion: Ausblicke, die Hoffnung machen

Hoffnung macht die Gegenbewegung der Fast Fashion Industrie, deren Entwicklungen ebenfalls in Dresden vorgestellt werden.

Die „Slow Fashion“ Bewegung fordert von Produzenten und Konsumenten mehr Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt. Dabei wird Mode nachhaltig, umweltschonend und fair produziert.

Fast Fashion Green Showroom

Die Ethical Fashion Show auf der Fashion Week Berlin 2015. Thomas Lohnes / Getty Images.

Auch regionale Herkunft, eine kurze Produktionskette und Verzicht auf schädliche Chemikalien machen Slow Fashion zu einer wunderbaren Alternative.

Tolle Entwicklungen sind dabei etwa gewaltfreie Seide, bei deren Herstellung die Seidenspinnerraupe auf natürliche Art schlüpfen darf, der Anbau von Leinen und Hanf, welche sehr umweltschützende und biologisch abbaubare Produktionen und Materialien darstellen, ressourcenschonende Ernte von Braunalgen oder das chemiefreie Färben von Textilien mit Mikroalgen.

Was du selbst aktiv tun kannst

Es ist ein langer Weg zu einer neuen, verbesserten und umweltbewussten Konsumwelt. Doch auch die kleinsten Schritte können ein Stück zu fairer Produktion und rücksichtsvollem Umgang mit Mensch und Natur beitragen.

Fast Fashion Vintage Kleid

Wundervoller Gegensatz zu Fast Fashion: Die Liebe zu originaler Vintage Mode. Für mich gibt es nichts Schöneres, als alten, handgemachten Unikaten ein neues zu Hause zu bieten. Und dabei schone ich die Umwelt.

  • Bleibe dir selbst treu. Trage Mode, die nur dir gefällt, und hinter der du auch noch nach Monaten stehen wirst, während Trends kommen und gehen.
  • Kaufe nicht nach dem ersten Impuls. Gerade als Frau ist man so schnell von einem Kleidungsstück begeistert, kauft es, und fragt sich Wochen später, was es im Schrank zu suchen hat. Denke einen Tag über den Kauf nach, ob du wirklich die 20. Jeans im Schrank brauchst!
  • Minimiere deine Garderobe. Wieviele Teile der Kleidermassen nutzt du wirklich? Mindestens 60% der Stücke landet laut Studien nur ungetragen auf dem Stapel. Perfekt dagegen ist das System des „Capsule Wardrobe“, bei dem man nur Kleidung kauft, die miteinander kombinierbar ist. Einen wundervollen Beitrag zu diesem Thema hat Madlén Bohéme hier auf ihrem inspirierenden Blog verfasst.
  • Kaufe hochwertige Mode. Muss es wirklich das paar Schuhe für fünf Euro bei Primark sein? Diese halten keine Woche und bilden nach kurzer Zeit nur noch perfekten Plastikmüll! Auch wenn dir etwa handgefertigte Mode von kleineren Labels zu teuer scheint: Wer billig kauft, kauft zwei Mal! Wie schön es doch ist, wenn dich Kleidungsstücke über Jahre durch dein Leben begleiten!
  • Nutze Second Hand Läden. Im Moment schießen wundervolle kleinere und größere Second Hand Boutiquen aus den Böden der Städte. Ein tolles Beispiel ist die Kette „Humana“, welcher mehrfach in Leipzig vertreten ist. Dort findest du besondere Einzelstücke, die nur DU besitzen wirst! Deine nicht mehr genutzte Kleidung kannst du übrigens auch dort abgeben.
  • Trage Vintage Mode. Auch umwerfende Vintage Stücke, besonders aus den 40ern bis 60ern, lässt sich heutzutage an den verschiedensten Orten und auch Online bequem erstehen. Wo genau du diese bekommst, erkläre ich dir unter diesem Abschnitt.
  • Repariere kleine Fehler. Eine gerissene Naht oder ein fehlender Knopf sind kein Grund, Stücke auszusortieren! Falls du Hilfe brauchst, gibt es wunderbare Schneider in jeder Stadt, die dir für wenig Geld zur Seite stehen. Sie passen dir auch die Stücke perfekt an, falls etwas nicht mehr zu 100 Prozent sitzt!
  • Lerne nähen. Ich weiß, es ist eine aufwändige und zeitintensive Arbeit, sich Kleidung zu nähen. Aber was gibt es Schöneres, selbst gefertigte Mode zu tragen und zu wissen, sie entstand aus meiner Hände Arbeit? Nähen ist gerade wieder im Kommen, und das finde ich wundervoll. Ich habe mir auch eine Nähmaschine schenken lassen, und bin nun fleißig am Üben. Tolle Inspirationen liefert dir beispielsweise der Blog Beswingtes Allerlei.
  • Gehe in die Reinigung. Ein vermeintlich nicht entfernbarer, zu prominent platzierter Fleck lässt sich in der Reinigung oftmals „wegzaubern“. Die dortigen Damen und Herren kennen sich sehr gut aus und wissen, mit Textilien umzugehen! Kürzlich habe ich einen Wintermantel für nur 10 Euro reinigen lassen – er war wie neu.
  • Verkaufe nicht getragene Kleidung! Mal ehrlich, wenn du Stücke in deinem Schrank findest, die du ein Jahr nicht getragen hast, wirst du sie jemals wieder anrühren? Für jemand anderen könnten sie vielleicht die neuen Lieblingskleider sein – nutze Kleiderkreisel, Mädchenflohmarkt und Co. und du erhälst sogar Geld dafür! Auch Second Hand Boutiquen freuen sich jederzeit über „neue“ Ware.

Vintage Kleidung gegen den Wegwerf – Trend

Kleidung ist ein wertvolles Gut

Dieser Sinn für den Wert von Kleidung ist in unserer heutigen Zeit dramatisch verloren gegangen. Jahrhundertelang haben die Menschen ihre Kleidung gepflegt, repariert und umgeändert. Heute ist das Reparieren teurer, als ein neues Billigteil zu kaufen.

Fast Fashion Vintage Kleid

Dieses wunderschöne, handgefertigte Vintage Kleid aus den 50ern habe ich kürzlich bei GoodyGoody Berlin* erstanden. Ich werde es noch etwas enger nähen lassen, sodass es mich – perfekt sitzend – ein Leben lang begleiten wird. Wer wohl die Vorbesitzerin dieses schönen Stückes war?

Die Mode der 40er und 50er Jahre ist die Mode einfacher Frauen, die aus Mangel an Geld und Möglichkeiten ihre Kleidungsstücke liebevoll per Hand fertigten.

Der Sinn für handwerkliche Qualität von Kleidung geht verloren.

Bei jedem Schritt durch die Straße konnten sie stolz sein, ein so wertvolles Unikat am Körper zu tragen, geschaffen von ihrer eigenen Hände Arbeit. Sie wussten, den Wert solcher Stücke zu schätzen.

Stücke wie dieses zauberhafte zitronengelbe Sommerkleid, damals nur mit dieser einen Damen in Verbindung gebracht, für die es gefertigt wurde. Nicht von einer großen Marke, dank derer Hunderte Ladies 1:1 mit demselben Stil über das Trottoir flanierten.

Fast Fashion Vintage Kleid

Es war vielleicht nur diese eine Dame, die solch ein zauberhaftes, zitronengelbes Kleid besaß, und heute von oben auf mich herabschaut, glücklich, dass ihr jahrelang gehegtes und gepflegtes Unikat bei mir weiterlebt. Denn ab sofort darf ich die Dame im zitronengelben Kleid sein.

Was können wir von unserer heutigen Mode später der Nachwelt, unseren Kindern und Enkeln vermachen?

Wo du Vintage Kleidung bekommst

Die Möglichkeiten, Vintage Mode und Second Hand Stücke zu erhalten, werden immer vielfältiger.

Auf Etsy findest du hunderte Shops, die alte Originale aus den 20ern bis 70ern anbieten. Fündig wirst du etwa bei GoodyGoody Berlin*, Hello Vintage* oder It’s Jolly Good Vintage.*

Auch einzelne Anbieter haben Online Shops ins Leben gerufen. Mehrmals habe ich bereits bei Der Fuchs Vintage bestellt, wo du wöchentlich neue, tolle Stücke findest, die absolut bezahlbar sind. Tantchen Anni ist auch eine sehr schöne Empfehlung für Originale.

Fast Fashion Prettie Lanes

Die Schweizerin Franziska Schlupski schneidert für ihr Label PRETTIE LANES jedes dieser einzelnen Stück selbst. Hochwertige Mode im 50er Jahre Stil, die dich über sehr viele Jahre begleiten wird. Die Schuhe von B.a.i.t. werden vegan produziert.

Auch Oma Klara ist ein großartiges Projekt, bei dem zwei junge Ladies die Kleidung von älteren Damen verkaufen. Hier kann die Kundin sogar nachvollziehen, von welcher lieben Oma das gekaufte Stück stammt. Ein Projekt mit viel Herz und Liebe, welches absolut unterstützenswert ist.

Auf Plattformen wie Kleiderkreisel, Kleiderkorb oder Mädchenflohmarkt gibt es weniger Vintage, dafür viel Second Hand Kleidung. Teilweise noch ungetragen, da klassische Fehlkäufe wohl in jedem Schrank schlummern, doch bei neuen Besitzern können sie zum Lieblingsteil avancieren.

Second Hand Boutiquen finden sich mittlerweile in sehr vielen Städten. So ist Humana schon 21 Mal in ganz Deutschland vertreten.

Vintage inspirierte Mode ist ebenfalls eine wunderbare Sache. Ich liebe die kleineren Labels, welche mit unglaublich viel Herzblut tolle Stücke entwerfen, angelehnt an die 20er bis 60er Jahre.

Auf meinem Vintage Blog habe ich dir bereits einige der wunderbaren Designer vorgestellt. Hier siehst du direkt, woher die Mode kommt, welche Köpfe dahinter stecken und dass die Kleidung durch ihre hohe Qualität eine lange Lebenserwartung hat.

Erwähnt seien hier beispielsweise PRETTIE LANES, Mademoiselle Tambour, Frozen Hibiscus*, Indigo RoomTate Millinery*, Wiener Kreation, Gracy Q und Vecona Vintage.* Auch für die Herren gibt es dabei wunderbare Optionen! Diese stelle ich in meinem Beitrag über das Stilkontor Leipzig vor.

Fast Fashion Frozen Hibiscus

Wunderschöne, vintage inspirierte Mode von Frozen Hibiscus. Die zeitlosen Stücke folgen keinem Modetrend! Foto: Anne Schwerin.

Tolle Kleidung im Workwear-Style verkauft Nico im Indigo Room Leipzig. Diese Stücke sind vom fairen Laben Hansen Garments, der Hut von Simon & Mary wird per Hand produziert.

Fast Fashion Indigo Room

Uns geht es so gut in dieser Welt. So unglaublich gut, wie es niemand anderem, in keiner anderen Epoche und auf keinem anderen Fleckchen Erde jemals gehen konnte.

Es muss ein Umdenken stattfinden, sonst wird die Welt, wie wir sie kennen, durch unsere eigenen Hände zugrunde gehen.

Wir sollten diese Chance nutzen, uns bewusst zu machen, was für ein Glück wir haben und für diejenigen kämpfen, die selbst nicht in der Lage sind, ihrem grausamen Schicksal zu entkommen.

Ich bin überzeugt, wenn jeder einen kleinen Beitrag dabei leistet, lässt sich doch etwas bewegen!

Fast Fashion Textilarbeiter

Susanne A. Friedel 2012, Piezo Pigment Print von analoger Vorlage.

Infos zur Ausstellung „Fast Fashion – die Schattenseiten der Mode“ in Dresden

Ich kann dir den Besuch der Ausstellung sehr ans Herz legen. Neben den schockierenden Hintergrundgeschichten zum Thema Fast Fashion stellt das Museum in seinem „Slow Fashion Lab“ auch tolle Innovationen, Projekte und Designer vor, die der Industrie von Massenmode entgegenwirken und umweltbewusste Produkte entwickeln.

Absolut sehenswert!

Fast Fashion Ausstellung

Impression aus der Fast Fashion Austellung, Foto Oliver Killig.

Hygienemuseum Dresden

Ausstellung bis 03. Juli 2016

Adresse: 

Lingnerplatz 1, 01069 Dresden

Öffnungszeiten:

Die bis So sowie Feiertags 10 bis 18 Uhr

Weitere wunderbare Beiträge und Lesetipps zum Thema Fast Fashion:

Website Deutsches Hygiene-Museum 

Madlén Bohéme: „Capsule Wardrobe“ – Wie finde ich meinen Stil? 

Greenpeace: „Fast Fashion Versus grüne Mode“

Peta: „Echtpelz oder Kunstpelz?

 

*Infos zu den auf dem Blog verwendeten Affiliate Links findest du unter meinen Shoppingtipps.

Das könnte dir auch gefallen

12 Kommentare

  • Antworten Manja 10. März 2016 at 19:39

    Liebe Vicky,
    vielen Dank für deinen tollen Beitrag.
    Ja, es ist wirklich ganz schlimm, wie verantwortungslos die meisten mit Kleidung umgehen und ich frage mich, wie man es mit seinem Gewissen vereinbaren kann ein T-Shirt zu kaufen, dass unter unwürdigen Bedingungen hergestellt wurde. Und es kann auch nicht normal sein, dass ein Kleid weniger als eine Kinokarte kostet
    Wir haben die Ausstellung in Hamburg gesehen und auch ich kann sie nur jedem empfehlen. Nur wird es leider so sein, dass die Leute, die sich auf Primark freuen, leider nicht zu den Besuchern zählen werden – aber man soll nie aufgeben, zu hoffen dass sich doch was ändert …
    Liebe Grüße
    Manja

    • Antworten Vintagemaedchen 10. März 2016 at 22:28

      Liebe Manja,

      das hatte ich mir schon fast gedacht, dass dich die Ausstellung auch interessieren könnte. :))
      Du hast recht, vielleicht gehe ich auch etwas zu naiv und optimistisch an das Thema wenn ich sage, dass jeder einen kleinen Beitrag dazu leisten könnte. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, denn lange kann es wirklich nicht mehr so weitergehen!

      Liebe Grüße,
      Victoria

  • Antworten Corana 23. März 2016 at 10:04

    Herzlichen Dank für diesen tollen Post, liebe Victoria! Ich hoffe, dass ihn viele lesen und das die Menschen beim nächsten „Kaufrausch“ an ihn denken.

    • Antworten Vintagemaedchen 3. April 2016 at 18:50

      Liebe Corana,

      dankeschön! Das Thema liegt mir wirklich sehr am Herzen. Ich hoffe auch, den einen oder anderen zum Nachdenken angeregt zu haben.

      Liebe Grüße,
      Victoria

  • Antworten Marianne 7. April 2016 at 12:54

    Hallo Victoria
    Ein wirklich gelungener Artikel, der hoffentlich viele Menschen zum Nachdenken anregt.
    Ich bin froh das ich deinen Blog gefunden habe denn ich glaube ich bin hier genau richtig..

    Ganz liebe Grüße Marianne

  • Antworten Sandra 12. April 2016 at 19:29

    Ein wirklich gelungener Artikel!
    Leider steht nun fest: Wir bekommen jetzt in München auch einen Primark… 🙁
    Naja, ich bleibe „meinen“ Vintage-Boutiquen auf jeden Fall treu und hoffe, dass in Zukunft immer mehr Menschen entdecken, dass es auch dort tolle und vor allem nachhaltige Mode gibt.

    Liebe Grüße,
    Sandra

    • Antworten Vintagemaedchen 22. April 2016 at 12:58

      Liebe Sandra,

      ohje, dabei hat München doch eigentlich einen hochwertigeren Stil? Zumindest glaubt man das. Sehr schade. Da hilft nur, solche Läden weiterhin zu meiden. Wobei der Leipziger Primark an so prominenter Stelle steht, dass man permanent daran vorbeikommt und sieht, wie die Menschen hineinströhmen. Aber der Vintage Mode treu zu bleiben, ist auf jeden Fall ein wundervolles Rezept dagegen!

      Liebste Grüße, Victoria

  • Antworten Hochwertige Damenmode mit Retro Touch I Indigo Room Leipzig 17. Mai 2016 at 16:42

    […] meinem Besuch der Fast Fashion Ausstellung in Dresden schaue ich in Sachen Mode mit offeneren Augen durch die […]

  • Antworten Fraeulein Bow /Susanne 27. September 2016 at 9:35

    Liebe Victoria,
    Ich bin gerade dabei ein bisschen bei meinen Lieblingsblogs „nachzulesen“ die ich während meiner Abi Phase „verpasst“ habe und muss sagen dieser Post spricht mir so aus meiner Seele,aus meinem Gedanken Gut! Schade dass ich die Ausstellung verpasst habe. Ich habe noch nie, und dass meine ich ernst, bei Primark, H&M etc oder sowas wie Ikea gekauft. Das kam schon daher weil meine Mutter mir einen Sinn für Qualität zum angemessen Preis beigebracht hat, und sie mir den Satz ihrer Oma, meiner Uroma die ich leider nicht mehr kennen lernen konnte: „Für billig kaufen haben wir zu wenig Geld“. Dass ist so wahr und leider verstehen die meisten Menschen dass nicht beziehungsweise denken nicht darüber nach wie viel Geld sie ausgeben und welchen Trends sie hinter her rennen. Wen ich mich wirklich in ein Stück verliebt habe, will ich es doch mehr als 3,4 mal tragen?! Und wird es mir langweilig lass ich es entweder eine Zeit lang in Ruhe oder denke über neue Accessoires Kombination nach. Ich stoße aber leider auf so viel Unverständnis bei den Menschen in meiner Umgebung / Alter (U20). Wollten mich zu überreden zu Ikea zu gehen weil ich nicht auf Anhieb dass gefunden habe was ich möchte. 1. Will ich meine neuen Möbel wenn ich von zuhause ausziehe mitnehmen und 2. haben die ja gar nichts in meinem Stil 3. Habe ich schon so oft über Ökologie und die wegwerf Gesellschaft geredet und dann wird man als stur hingestellt, dass ist Unverständnis hoch 3 und traurig zu gleich. Vielleicht mag ich stur sein, aber es sind nun mal meine Überzeugungen. Es ist teilweise so schwer für mich wenn jemand sagt er hat das Buch online gekauft (ich bin auch dafür wo es geht kleine, regionale Läden zu unterstützen) daweil geht es in einem Laden schneller und man hat Beratung, oder er hat bei Kette XY gekauft weil es ja keinen Unterschied macht weil Kette XY ja viel teurer ist aber die ja auch schlechte Arbeitsbedingungen haben, ich müsste so oft in meinem Alltag Diskussion beginnen aber auf Dauer ist dass ermüdent und vorallem wenn man weiß man erreicht ja sowieso nichts.
    Ich liebe deinen Post und werde jeden daraufhin hinweisen der wieder mit Sachen ala „Ich habe 200€ für Haar Pflege Produkte (noch dazu Tierversuchs Firma sich selber aber als Tierfreund bezeichnen) ausgegeben kaufe meine Jeans aber bei H&M auch wenn da die Größen so frustrierend sind“ kommt. Vorallem dein Tipps sind so wertvoll, ich praktiziere sie ja schon lange aber ich bin überzeugt viele wissen einiges davon nicht oder kommen gar nicht auf die Idee.
    Herzliche Grüße, Fraeulein Bow

    • Antworten Vintagemaedchen 5. Oktober 2016 at 10:17

      Liebe Susanne,

      das ist aber ein schönes Kompliment, dass meine Seite zu deinen Lieblingsblogs gehört :))
      Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich in deinem Alter noch längst nicht so bewusst mit Mode und Umwelt auseinander gesetzt habe, wie ich es heute tue. Großen Respekt, dass du da schon so fortschrittlich denkst und dich trotz komischer Kommentare und Blicke gegenüber deinen Freunden behauptest. Das bewundere ich sehr, solche Frauen (und Männer) wie du braucht es viel häufiger.

      Auch in Sachen Möbeln bin ich immer mehr auf der Suche nach alten Stücken. Sie sehen ja auch viel schöner aus, als moderne Möbel! Aber davon mal abgesehen, sind alte Möbelstücke so viel hochwertiger, individueller, langlebiger und haben so tolle Geschichten zu erzählen. Derzeit haben wir auch noch viele Ikea Möbel aus Studenten-Zeiten in der Wohnung, aber diese wollen wir Stück für Stück verkaufen und umdekorieren. Ich kann es kaum erwarten!

      Liebe Grüße und mach auf jeden Fall weiter so, ich finde deine Haltung bewundernswert!
      Victoria

  • Antworten Sarah 30. Oktober 2016 at 14:34

    Hallo,
    Ich bin gerade so froh, deinen Beitrag gelesen zu haben! Ich beschäftige mich erst seit kurzem mit Themen wie Nachhaltigkeit, Umwelt- und Tierschutz und Veganismus, also damit, was ich als Konsument tun kann, um diese Welt auch nur ein winziges Stückchen besser zu machen. Du hast mich in meiner Ansicht bestätigt, künftig Ramschkleidung zu meiden und auf Second Hand und Vintage zu setzen.
    Ich möchte dir danken! Und nein, du bist nicht naiv; Umso mehr Menschen sich selbstkritisch hinterfragen und ihr (Konsum-)Verhalten nach dem Wohl aller und nicht nur dem eigenen ausrichten, umso besser!

    Ganz liebe Grüße ♡

    • Antworten Vintagemaedchen 31. Oktober 2016 at 10:37

      Liebe Sarah,

      ganz wunderbar, dass du auf meinen Beitrag gestoßen bist und ich dir ein Stück weiterhelfen konnte.

      Ich freue mich immer wieder sehr, wenn jemand meine Ansichten teilt und sich dem Thema Faire Mode und Umweltbewusstsein annimmt. Ich habe auch viele Jahre gebraucht, diese Dinge genauer unter die Lupe zu nehmen und herauszufinden, was die besten Wege für mich in eine neue Richtung sein könnten. Es gibt heute so viele tolle Möglichkeiten, diese Massen- und Ramschmode zu entgehen und es ist großartig zu beobachten, dass auch immer mehr Modelabels sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen.

      Meine Vorschläge waren natürlich nur ein kleiner Auszug, ich bin mir sicher, dass es noch viel mehr positive Beispiele gibt. Viel Erfolg bei deiner Suche nach Alternativen, ich freue mich ja so!

      Liebe Grüße,
      Victoria

    Kommentieren