Gut behütet – anmutiger Retro Kopfschmuck von Tate Millinery

22. März 2015

Retro Kopfschmuck Vintagemädchen

Foto: Satin Paula Kopczynski, Model: Fran Zi.

‚Hüte machen aus jedem Outfit etwas Besonderes. Sie waren früher so vielfältig. Für jeden Anlass gibt es eigene Hutformen und Kopfschmuck. Da finde ich es sehr schade, dass sich heute so wenig Frauen trauen, gut behütet unterwegs zu sein. Sie verpassen so viele Ausdrucksmöglichkeiten, so viel Eleganz und so viel Weiblichkeit.‘

Aus diesem Grund wird es dringend Zeit, dass Frau wieder Hut trägt! Und zwar keinen von der Stange. Sondern ein Modell, das mit viel Liebe und Herzblut handgemacht wurde.

Gut behütet durch den Frühling kommt die Dame von Welt mit den wunderschönen Kreationen von Karen Cavallaro und ihrem Label Tate Millinery. In Mönchengladbach ist sie ansässig, und von dort aus zaubert sie immer wieder neue, einzigartige Kopfbedeckungen, die jedes Outfit zu etwas Besonderem werden lassen.

Für Karen sind handgefertigte Hüte etwas Einzigartiges. Sie halten lang, bewahren ihre Form und sind speziell. Die von ihr hergestellten Stücke sind eben nicht in jedem Kaufhaus zu finden. Frau läuft also nicht Gefahr, ihr Hütchen auf dem Kopf der Nachbarin durch die Stadt spazieren zu sehen. Und deswegen ist sie auch der festen Überzeugung, dass jede Frau einen hochwertigen Kopfschmuck besitzen sollte.

Entstehung der einzigartigen Kopfschmuck Kreationen

Wie werden eigentlich solche Schmuckstücke hergestellt? Karen sitzt an allen ihrer Kreationen unterschiedlich lang. Dabei hängt es immer davon ab, ob sie einen kleinen Fascinator, einen Filz- oder Strohhut zaubert. Manche Hüte werden über eine Form gezogen oder sogar per Hand modelliert. Ein Fascinator beispielsweise kann dabei schon an einem einzigen Tag enstehen. Größere Hüte brauchen dabei schon etwas länger.

Eine klassische Ausbildung zur Modistin hat Karen übrigens nicht genossen. Was man ihren Stücken aber gar nicht ansieht! Sie ist ein inspirierendes Beispiel dafür, dass man mit viel Leidenschaft und Ehrgeiz auch als Quereinsteigerin weit vorankommt. In einer Vielzahl von Workshops und mithilfe einer lieben Mentorin hat Karen sich die Fertigkeiten angeeignet.

Alles hat damit begonnen, dass sie schöne Abbildungen von Hüten vergangener Zeiten gesehen hat. Nur waren diese heutzutage nicht mehr zu kaufen. ‚Da wurde aus der Not eine Tugend – ich habe meine Hüte einfach selbst gemacht. Und dann wurde daraus etwas, was mir so viel Spaß machte, dass ich auch für andere Hüte machen wollte. Schließlich habe ich nur einen Kopf, aber viel zu viele Ideen.‘

Karen liebt es besonders, Kundenwünschen nachzugehen. Wenn auch du gerne ein besonderes Stück von ihr bekommen magst, das perfekt zu einem Kleid oder Anlass passen soll, freut sie sich besonders, ihrer Fantasie freuen Lauf zu lassen!

Retro Kopfschmuck Vintagemädchen

Karen selbst mit einem ihrer wunderschönen Hüte. Foto: Satin Paula Kopczynski.

Aus Liebe zum Retro Stil

Liebe Karen, wie hast du eigentlich zu deinem klassisch-eleganten Stil gefunden?

Ich mag Hüte, die man im Alltag aufsetzen kann, ohne verkleidet zu sein. Und genau diesen Anspruch hege ich an alle Hüte, die ich herstelle. Die 20er bis 50er Jahre sind meine persönliche Passion, da liegt es nahe, dass auch meine Kreationen sich an dieser Zeit orientieren.

Gibt es Epochen, Kunst oder Persönlichkeiten, die dich bei deiner Arbeit besonders inspirieren?

Die Mode der 20er bis 50er Jahre inspiriert meine Arbeit am meisten. Es gibt zwei Persönlichkeiten, die mich inspirieren. Die eine ist eine Modistin aus New York, die mein großes Vorbild ist: Behida Dolic. Die andere ist meine Mentorin, die mich erst zu der Hutherstellung gebracht hat: Ricarda Engelsberger – an der Stelle ein dickes Dankeschön für den bisherigen Weg.

Kopfschmuck für Liebhaber

Hast du eigentlich auch manchmal Stücke, die du am Ende des langen Fertigungsprozesses gar nicht mehr hergeben magst?

Oh ja. Es gibt durchaus einige Schätzchen, die ich nicht mehr hergebe, die in meine Privatsammlung übergehen. Aber das ist ja das Gute, wenn man die Hüte produzieren kann – man macht einfach das gleiche Stück noch einmal, dann haben alle etwas davon.

Was ist das für ein Gefühl, nach langer Detailarbeit mit viel Herzblut ein Stück zum Verkauf bereitzustellen?

Ich bin immer glücklich, wenn ich wieder eine Idee verwirklichen konnte und noch mehr freue ich mich, wenn der Hut dann auch andere Liebhaber findet. Ich freue mich über jeden Verkauf, weil das auch mir zeigt, dass meine Hüte gut ankommen.

Retro Kopfschmuck Vintagemädchen

Foto: The Elderwood Photography Model: Ava Elderwood.

Gibt es bestimmte Personen, die du gern einmal einkleiden würdest? Ich habe letztens ein Bild von Ava Elderwood mit einem deiner Hüte gesehen – sie sieht damit ganz bezaubernd aus!

Ich habe einige Damen im Kopf, die ich gerne einkleiden würde. Ava ist eine wunderschöne Frau. Ich bin sehr stolz, dass sie einen meiner Hüte trägt. Ich hoffe, es war nicht der letzte. Ein Traum ist es, das Vintage Model Idda van Munster mit einem meiner Stücke zu sehen. Und vielleicht kann ich ja irgendwann einmal Dita von Teese zu einem Hut von mir überreden.

Was macht für dich einen schönen, einzigartigen Kopfschmuck aus?

Er muss tragbar sein – reduziert und kleidsam, nicht englisch pompös. Ich bin kein Fan der Ascot-Hutkreationen. Die Trägerin sollte das Gefühl haben, dass sich alle nach ihr umdrehen, weil sie so toll damit aussieht, nicht, dass sie einen Fremdkörper trägt. Das ist übrigens aus meiner Sicht das Problem heutzutage. Die Ausrede „Ich habe kein Hutgesicht“ gilt nicht, es gibt für jedes Gesicht den passenden Hut. Aber Kopfschmuck zu tragen bedeutet auch, Selbstsicherheit zu haben und sich gut zu fühlen. Dann trägt die Dame den Hut und nicht der Hut bestimmt die Dame.

Woher weiß die Dame von Welt, welches Hutmodell ihr besonders gut steht? Es ist ja leider schwierig, diese beim Online Shopping* Probe zu tragen.

Das ist tatsächlich ein Problem. Ich biete jeder Dame, die sich nicht sicher ist, an, sich in meinem Atelier durch die Hutkreationen durchzuprobieren. Dabei bekommt man schnell ein gutes Gefühl dafür, welcher Huttyp man ist.

Retro Kopfschmuck Vintagemädchen

Dieser schöne Kopfschmuck befindet sich in der neuesten Ausgabe des Vintage Flaneur! Foto: Delicate Photography, Model: Mallow Die.

Die Liebe zu klassischen Hüten wächst überall

Eine deiner Kreationen ist gerade auf dem Cover der wundervollen Retro Zeitschrift Vintage Flaneur gelandet. Hast du damit gerechnet? Das muss doch eine tolle Überraschung gewesen sein!

Ich schwebe immer noch auf Wolke sieben. Ich hatte gehofft, dass einer meiner Hüte es in das Magazin schafft, aber direkt auf dem Cover zu sein ist eine Riesenehre.

Was bedeutet es für dich, wenn Damen mit Stolz deine Hüte tragen?

Ich freue mich total darüber. Es ist genau das, was meine Hüte brauchen: selbstbewusste Trägerinnen, die wissen, dass sie mit dem Hut gut aussehen. Ich bin jedes Mal begeistert, wenn ich einen der Hüte an seiner Trägerin sehe. Durch den Online Shop* hat man ja nicht so häufig die Gelegenheit, die Hüte auch angezogen zu sehen. Das ist der große Nachteil, wenn man kein permanentes Ladengeschäft hat.

Bist du persönlich auch immer gut behütet unterwegs? Und welche Mode bevorzugst du privat dabei am liebsten?

Mich selbst sieht man fast nur mit Hut auf der Straße. Ich habe einen eigenen Hutschrank, nur für meine privaten Hüte, da muss ich jede Gelegenheit nutzen :)) Privat trage ich viel den Stil der 30er und 40er Jahre. Da passen die Hüte natürlich ganz gut dazu.

Was ist für dich das Besondere an künstlerischer Arbeit?

Mein Leben ist voll von künstlerischer Betätigung. Ich könnte es mir nicht vorstellen, darauf zu verzichten. Es ist also mein Leben, nicht mein Beruf.

Und zum Schluss: Ich bin glücklich, dass…

…ich die Möglichkeit habe, meine Träume auch zu realisieren und einen tollen Mann habe, der das alles unterstützt.

Retro Kopfschmuck Vintagemädchen

Foto: Satin Paula Kopczynski, Model: Fran Zi.

Lieben Dank Karen, für die spannenden Einblicke in dein Leben mit Tate Millinery. Und durch dich haben wir einige wunderbare Erkenntnisse über das ‚Phänomen‘ Hut gewonnen:

Hüte verleihen den Frauen bis heute ungebrochen Weiblichkeit, Eleganz und Ausdruck.

Mit Liebe handgemachte Hüte zu kaufen ist eine Investition für die Ewigkeit.

Die Ausrede ‚Ich habe kein Hutgesicht‘ gilt nicht.

Doch es braucht Selbstsicherheit, Retro Kopfschmuck zu tragen. Denn die Dame bestimmt den Hut, nicht umgekehrt!

Ein guter Hut schmückt die Dame, er ist reduziert und kleidsam.

Und, mein ganz besonderes Fazit – wenn man eine Tätigkeit für sich gefunden hat, die man mit Leidenschaft verfolgen kann, dann macht es einfach nur glücklich.

Karens wunderschöne Hüte findest du in ihrem Dawanda Shop: RedRidingHood2*.
Und natürlich auf Facebook: Facebook.com/Tate Millinery.

Retro Kopfschmuck Vintagemädchen

Wunderschön, dieser Fascinator. Modell: Sari von Bolanden.

 

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Interview mit Madame Louflée

 

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8 Kommentare

  • Antworten Anna 22. März 2015 at 12:19

    Die Hüte gefallen mir alle wirklich sehr gut 🙂
    <3 Anna
    http://live-love-laugh-blogg.blogspot.de/

  • Antworten Bambi 22. März 2015 at 12:31

    Ich gebe dir voll und ganz recht! Hüte machen fast alles irgendwie mehr zu etwas besonderem.. schöner.. schicker.. eleganter!
    Wunderschöner Post und dein Schreibstiel ? der passt einfach wie ein Hut auf den Kopf zu seinem Blog! Ha!

    Liebe grüße,
    Bambi
    http://www.xfunkelmaedchen.blogspot.de

    • Antworten Vintagemädchen 22. März 2015 at 12:33

      Liebe Bambi,

      vielen Dank für dein Kompliment!
      Ich bin auch voll und ganz Karens Meinung, was die Eleganz von schönen Hüten angeht. 🙂

      Liebste Grüße,
      Victoria

  • Antworten Marina von Meinvorgestern 23. März 2015 at 10:54

    Ein sehr schönes, ausführliches Interview! Ich kann nur jeder Frau empfehlen, sich mit Hüten zu schmücken – das ist ein ganz besonderes Gefühl von Selbstsicherheit und Individualität! <3
    http://meinvorgestern.de/

    • Antworten Vintagemädchen 23. März 2015 at 11:44

      Liebe Marina,

      vielen Dank für die lieben Worte 🙂 Ich bin jetzt auch auf der Suche nach dem perfekten Frühjahrs-Hütchen. Und kann voll verstehen, wenn man nicht mehr ‚oben ohne‘ kann!

      Liebste Grüße,
      Victoria

  • Antworten Fast Fashion - die brutale Industrie der Vernichtung & was du dagegen tun kannst - Vintagemaedchen 15. Mai 2016 at 15:04

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