Liebeserklärung an das Leben

30. Dezember 2014

Liebeserklärung an das Leben

Ich liege bei der Tattowiererin im Berliner Studio und die Nadel fängt an, leise zu summen. Ich freue mich so ungemein, endlich diesen Schritt gehen zu können. Es ist nicht einfach nur ein Bild, das für immer unter meiner Haut verewigt wird. Es ist eine Liebeserklärung an das Leben. An das letzte Jahr, das schrecklich und wunderschön zugleich war. Ein Abschluss und ein Neubeginn.

Unter meinem Shirt verläuft eine Narbe quer über meinen Bauch. Wir haben sie liebevoll ‚Norbert‘ genannt. Norbert erinnert mich immer daran, was ich die letzten Monate erlebt habe, und was mich für immer prägen wird. Ich finde Norbert unglaublich schön und bin glücklich, dass er da ist. Denn er hat mir gezeigt, was im Leben wirklich zählt.

Das Ziel: Perfekt funktionieren

Hinter mir steht ein Jahr von Höhen und Tiefen. Man sieht, was Menschen alles widerfährt und denkt „Ach, mir wird sowas nicht passieren“. Ich war eine erfolgreiche Schülerin mit Einser-Abitur. Ich habe Bestleistungen beim Studium vorgelegt, war immer gewissenhaft und fleißig bei der Arbeit. Das Höchste war für mich, einen perfekten Lebenslauf aufweisen zu können, und das war alles, worauf ich hinarbeiten wollte. Mein Lebensziel. Vor meinem Auslandssemester in England habe ich sogar gleich zwei Jobs neben dem Studium absolviert. Um alles auskosten zu können, was mir bei den Briten über den Weg lief. Und natürlich dort wieder die Beste zu sein. Ich wollte ja immerhin meine Familie stolz machen. Eine Familie voller unglaublich gebildeter Menschen mit Bilderbuch-Karrieren. Ich hatte immer ein Ziel: Ich wollte genauso sein wie sie.

Ich teile diese Erfahrungen mit dir, denn ich weiß, das ich mit diesen Gedanken nicht die einzige bin. Jemand, der nur für seine Leistungen und seine Arbeit lebt. Jemand, der vergessen hat, worauf es im Leben wirklich ankommt. Der alle Anzeichen von Schwäche des eigenen Körpers ignoriert, um Höchstleistungen abzurufen. Bis es irgendwann zu spät ist.

Liebeserklärung

Bei mir kam die große Wende mit einem Paukenschlag. Zumindest fühlte es sich damals so an. Ein großer Zusammenbruch, an den ich mich heute nur schemenhaft erinnern kann. Wochen, sogar Monate lag ich fast regungslos im Bett. Der Lebensmut hatte mich verlassen. Ich war nicht in der Lage, mir selbst Essen zu machen, geschweige denn mich ein paar Schritte aus der Wohnung zu bewegen. Eben absolut nicht lebensfähig. Diese Monate kommen mir heute vor wie verschleiert. Als hätte ich gar nicht existiert. Alles lief wie im Film an mir vorbei. Ich war innerlich kalt. Unfähig, Emotionen zu verspüren. Mir war alles egal. Wozu soll ich leben, wenn das Leben so grau und trist ist. Ich wollte nicht vor die Tür. Menschen, überall Menschen. Sie mögen mich nicht. Sie verurteilen mich. Sie schauen mich an.

Mach‘, was dir gut tut!

Es dauerte eine Weile, bis ich begriff, dass ich von einer schweren Depression ergriffen wurde. Eine Sache, die man sich als leistungsorientierte Mensch nunmal nicht eingestehen möchte. Ich muss funktionieren, ich muss meinen Bachelor machen, so etwas geht jetzt nicht!

Die Monate vergingen. Ich bekam Medikamente, begann eine Therapie. Meine wunderbare Therapeutin meinte in einer der ersten Sitzungen zu mir: „Sie müssen das machen, was Ihnen gut tut.“

Dilemma. Was mir gut tut? Das weiß ich doch nicht! In dieser Zeit fing ich an, mich selbst neu kennenzulernen. Weit ab von Uni und Co. begab ich mich auf die Suche nach mir selbst. Was tut mir gut? Was gibt meinem Dasein einen Sinn?

Liebeserklärung an das Leben

Bei Spaziergängen im Park stellte ich meine Liebe zum Wasser fest. Sobald ich mich an Seen, Flüssen oder am Meer befand, fühlte ich mich angekommen. Als hätte ich schon immer dorthin gehört. Ein Teil meiner Familie kommt von der Ostsee. Aber mir war nie bewusst, wie sehr ich diese Ostsee brauchte. Dort fühle ich mich angekommen, zu Hause, geborgen. So ging ich, so oft wie ich konnte, in den Park. Setzte mich auf die einzelne Bank direkt am Seeufer und fing an, meine alten Lieblingsbücher zu lesen. So es die Konzentration denn zuließ. Achja. Bücher, Lesen. Das hast du ja auch immer gern gemacht. Meine Güte, wie lange muss das denn her sein…

Es ist erschreckend, wenn man mit 23 anfängt, sein eigenes Ich zu erforschen und Dinge über sich zu erfahren, die man bis dato nicht kannte. Das passiert, wenn man nie in seine Seele hinein hört. Man stumpft ab. Es macht dich zu einer Maschine, die nur funktioniert und vergisst, was das Schöne am eigenen Dasein ist.

Und irgendwann im Sommer trat der wundervolle Norbert in mein Leben. Auf Umwegen, selbstverständlich. Hauptberuflich ging ich in diesem Jahr zum Arzt. Jede Woche mehrere Termine. Mein Partner sagte immer zu mir „Dein Job ist es, gesund zu werden.“ Ich brauchte lange, diesen Satz zu verinnerlichen.

Zufall vs. Schicksal

Bei einer der etlichen Untersuchungen stimmte etwas mit meinem Blutbild nicht. Zu viele Mangelerscheinungen, zu niedrige Werte, da konnte etwas nicht stimmen. Eine Tatsache, die mich zusätzlich unglaublich schwächte, schläfrig und müde machte. Zuerst wurde eine chronische Autoimmunerkrankung diagnostiziert, die meine Organe zerfraß. Erschreckend. Aber irgendwie auch befreiend. Endlich wusste ich, warum es mir nach dem Essen immer so schlecht ging. Warum mein Bauch immer anschwoll und ich nicht schlafen konnte vor Schmerzen. Die erste Zeit konnte ich mich nur von Kartoffelbrei und Reis ernähren.

Allein mit einer solchen Diagnose zu leben, ist in einem solchen Lebensabschnitt eine große Herausforderung. Wieso gerade ich? Wieso darf ich so viele Sachen nicht mehr essen? Nie wieder richtige Schokolade, einen frischen Kuchen vom Bäcker, eine Thüringer Bratwurst, knackigen Salat oder ein leckeres Stracciatellaeis. Und bei jedem Ausflug muss ich überlegen, wie ich mich ernähren kann. Jahrelang Tabletten nehmen und hoffen, dass meine Organe sich irgendwann wieder lieb gewinnen und sich nicht gegenseitig zerstören. Muss das denn sein?

Liebesbrief Leben Vintagemädchen

Mein Lieblingsplatz im wunderschönen Park.

Aber im Nachhinein betrachtet, war diese Diagnose mein allergrößtes Glück! Ich bin so dankbar, dass ich keine Schokolade mehr essen kann. Ich bin so glücklich, dass ich keinen frischen, knackigen Salat mehr vertrage. Denn das alles hat mich zu meinem guten Freund Norbert geführt.

Eines Tages fand ich mich im MRT wieder. Dieser wunderbaren Röhre, auf die ich mich so unglaublich gefreut habe mit meiner Angst vor engen, geschlossenen Räumen. Eigentlich ging es um meinen Darm. Als ich aus der Röhre hinausgefahren wurde, gab es jedoch nur ein Thema. „Was ist mit Ihrer Niere los? Kommen Sie mal gleich mit, wir machen noch weitere Untersuchungen. Ultraschall, wo bleibt die Chefärztin? Da ist sie ja endlich! Schauen Sie sich das mal an!“ Das Zimmer war voller Ärzte und ich wusste nicht, was mit mir geschah. Ich wollte nur nach Hause, der Strapazen war an diesem Tag genüge getan.

„Haben Sie Schmerzen an der Niere? Wurden Sie da noch nie untersucht? Wieso antworten Sie nicht?“ Surreal. Einfach surreal.

Der ‚Feind‘ in deinem Körper

Und da war er. Klein und rund saß er auf meiner hübschen Niere und winkte mir freudig aus dem Ultraschall-Bild zu. Ein Tumor. Wieso habe ich ihm eigentlich keinen Namen gegeben? Naja, nennen wir ihn Tobi. Ich habe festgestellt, wenn man den Dingen einen Namen gibt, wirken sie nicht mehr so bedrohlich. Tobi fand wohl, in meinem Körper ließe es sich ganz gut leben. Die Ärzte und ich fanden dies jedoch nicht.

Und so fand ich mich kurz danach später im Krankenhaus wieder. Auch wenn Tobi einen süßen Namen hat, war es doch ein herzhafter Schlag in mein Gesicht. Nicht schon wieder. Nimmt das alles denn kein Ende? Was kommt jetzt? Brauche ich bald ein Spenderorgan? Muss ich sterben?

Liebeserklärung

Und endlich war er da. Dieser Zeitpunkt, an dem ich anfing, mein Leben zu überdenken. Meine Werte, meine Ideale. Meine Träume. Die Bilanz war traurig und nüchtern. Wenn ich jetzt sterben würde, würde ich nichts erreicht haben, außer… Nein, das zählt nicht. Gute Noten, was machen die im Leben denn schon aus. Sie machen mich nicht zu einem besseren Menschen.

Sie machen mich nicht zu einer guten Tochter, einer tollen Freundin und einer liebevollen Partnerin. Sie geben mir keine Lebenserfahrung, sie zeigen mir nicht die Welt. Sie sind Tinte auf einem Blatt Papier. Und diese bleicht eines Tages aus. Dann sind sie ein leeres Blatt Papier.

Das war also alles, das ich von meinem bisherigen Leben vorzeigen konnte. Ein Blatt Papier.

Ich hatte unglaubliche Panik vor der Operation. Dieses ausgeliefert sein. Nicht über seinen eigenen Körper bestimmen zu können. Und nicht zu wissen, wie es danach weitergeht. Oder ob.

Aus Schicksalsschlägen Kraft ziehen

Und von den schlimmsten Tagen kam ich zu den wunderbarsten Tagen. Ich habe mich gefühlt wie ein Haufen Elend, unbeweglich an das Krankenbett gefesselt, mit Schläuchen im Körper und einer großen Wunde an meinem Bauch. Eine Wunde am Bauch? Da war er! Norbert… Mein Freund Norbert. Noch haben wir uns nicht zu Gesicht bekommen. Aber ich hatte schon damals im Gefühl, dass er mir in ein neues Leben verhelfen würde.

Vintagemädchen Liebeserklärung Leben

Die ersten Schritte zum Fenster fühlen sich an, als hätte man den Mount Everest bezwungen.

Die eigentlich wenigen Tage im Krankenhaus kamen mir vor wie eine Ewigkeit. Doch eine Sache hat mir wahnsinnig viel Kraft gegeben. Die lieben Menschen. Krankenschwestern, die trotz der täglichen Routine mit Liebe an ihre Arbeit herangehen und sich dem persönlichen Schicksal annehmen. Und Menschen, die schon immer für mich da waren. Menschen, die mich lieben. Die Stunden von Autofahrt aufnehmen, um mich im Krankenhaus zu besuchen. Die Nachts wachliegen, weil sie sich fragen, ob ich selbst gerade schlafen kann. Die mir zeigen, dass ich etwas Wert bin. Auch wenn ich ihnen diese Liebe im Moment gar nicht zurückgeben kann. In einer solchen Zeit merkt man wirklich, wem man wichtig ist, und auf wen man immer zählen kann.

Und so langsam kommt die Erkenntnis. Das ist es, was das Leben aus macht. Familie und Freunde, die dich lieben. Eine Mama, die dich wunderschön findet, auch wenn du zerzaust und blutverschmiert aus der OP gefahren wirst und auf ihre liebevollen Worte nur brabbelnd antworten kannst. Eine Freundin, die das halbe Reformhaus leerkauft, um dir etwas vegane Schokolade mitzubringen, weil du die Süßigkeiten im Krankenhaus nicht verträgst. Ein Partner, der jeden Tag an deinem Bett steht und alle wichtigen Geschäftstermine absagt, weil du einfach wichtiger bist. Eine Freundin, die dir mit strahlendem Gesicht ihre Werde-Gesund-Geschenke in die Hand drückt und sich unendlich freut, weil du drei Schritte vor die Tür gehen kannst. Eine Tante, die dir die schönsten Blümchen gepflückt hat, um ein Stück Natur in dein Krankenzimmer zu bringen.

Mit all diesen Menschen gemeinsam zu lachen, sie zu umarmen. Einfach, weil sie toll sind. Und weil sie da sind. Das, und nur das, ist das Leben.

Die große Erlösung kam unerwartet und mit leisen Schritten. Bei der täglichen Visite lies die Oberärztin nebenbei fallen, dass der Tumor gutartig war. Kein Krebs, keine Chemo, keine weiteren Ängste. Tobi hat es gut gemeint. Er hat mich auf die Probe gestellt, ich habe es gemeistert, und so hat er es dabei belassen. Den 20.06.2014 beschreibe ich als meinen zweiten Geburtstag. Als meinen schönsten Geburtstag.

Dieses Gefühl der Erleichterung ist unbeschreiblich. Wann bin ich schon mal vor Glück in Tränen ausgebrochen? Es ist das schönste Gefühl, das man sich vorstellen kann. Lass es zu, wenn du glücklich bist. Das ist das Leben.

Das Leben mit anderen Augen sehen

Und von da fing ich an, die scheinbar „einfachsten“ Dinge in meinem Leben als die schönsten zu erkennen. Und zu genießen. Endlich zu genießen. Und mir Zeit zu nehmen. Wie wundervoll schmeckt doch ein frisches Brötchen mit Marmelade, wenn man die ganze Woche nur Suppe geschlürft hat. Wie gut riecht doch die frische Luft, wenn man tagelang aus dem Fenster starrte und sich gefragt hat, wie schön es wohl da draußen ist. Eine der ersten Dinge, die ich gemacht habe, als ich meine ersten Schritte vor die Tür des Krankenhauses ging: Ich habe den prächtigsten und grünsten Baum umarmt. Und es tat so gut. Wieso habe ich noch nie einen Baum umarmt? Sie sind so kraftvoll. So wunderschön. Sie geben dir halt. Das ist das Leben.

Liebeserklärung an das Leben

Am letzten Abend meines Krankenhausaufenthaltes schlenderte ich durch die stillen Flure. Ich hatte mein Zimmer für mich, meine Bettnachbarin war bereits von dannen, und ich fing an, über alles nachzudenken. Ich setzte mich auf eine Fensterbank und schaute in den immer dunkler werdenden Himmel.

Wie glücklich du doch bist. Du hast Menschen, die dich über alles lieben. Die wollen, dass es dir gut geht. Die alles dafür tun, dass dies auch gelingt. Du hattest solches Glück, dass durch Zufall dieser Tumor entdeckt worden ist. Dass die OP gut verlief. Dass du morgen aus dem Krankenhaus gehen kannst, ohne zurückblicken zu müssen.

Liebeserklärung Leben Vintagemädchen

Das letzte Bild vor der Entlassung.

Und am nächsten Tag fing es an, mein neues Leben. Ok, ich lag wochenlang im Bett. Meine Kräfte waren am Ende. Aber ich hatte es geschafft.

Kurz darauf erfuhr ich, dass mein geliebter Opi zur selben Zeit am offenen Herzen operiert wurde. Um ihn zu schonen wurde auch ihm erst während seiner Genesung erzählt, dass ich mit Tumor im Krankenhaus lag. Er rief mich an und wir fingen an, gemeinsam zu lachen. Wir fragten uns gegenseitig: „Was machst du denn nur für verrückte Sachen?“. Und wieder merkt man, dass man nicht allein auf der Welt ist.

Der Glaube an dich selbst kann Berge versetzen

Immer, wenn ich anfange, an meinem Leben zu zweifeln, dann schaue ich Norbert an. Er wird mich mein Leben lang begleiten und ein Zeichen dafür sein, dass ich es geschafft habe. Aus dem Loch zu kriechen und der Sonne entgegen zu blicken. Zu erkennen, dass es andere Dinge gibt, die im Leben zählen. Dass es darum geht, den Moment zu genießen.

Den kleinen See im Park, auf dem die Entendamen ihre flauschigen Kücken spazieren führen. Den Partner, der dich liebt, auch wenn du wieder an dir zweifelst und alles doof findest. Die Familie, für die du immer die Größte bist. Einfach, weil du da bist. Und nicht, weil du eine gute Studentin bist. Denn das zählt für sie nicht. Du bist ihr größter Schatz. So, wie du bist. Das ist das Leben. Und dafür bin ich dankbar.

Die Ärzte meinten vor der OP, sie würden die Narbe so schön wie möglich machen wollen. Dass man sie kaum sieht. Aber ich habe von Anfang an gesagt, dass es mir egal ist, wie sie aussieht. Norbert ist kein Makel. Er ist ein wunderschöner Teil meines Körpers, der mir gezeigt hat, was das Leben ausmacht. Ich bin stolz, ihn bei mir zu tragen. Und ich bin stolz, ihn mit euch zu teilen.

Norbert

Während ich langsam aus meinen Gedanken wieder aufwache, sehe ich, dass mein frisch tattoowierter Arm immer voller wird. Es ist so weit. Das endgültige Zeichen, dass ein neues Leben beginnt. Dass ich stürmische Zeiten zu meistern weiß und immer ein rettendes Ufer in Sicht ist. Dass ich in meinem Umfeld, meiner Familie und den Freunden einen starken Anker finde, der mich hält, wenn ich Halt brauche. Das Bild ist noch nicht fertig, bei der zweiten Sitzung wird es bunt. Kunterbunt, wie das Leben.

Bevor du dir Ziele für das neue Jahr steckst, denke daran, was wirklich zählt. Das sind nicht die drei Kilo, die du im Fitnessstudio abnehmen willst. Das ist nicht der tolle neue Job, oder das großartige Praktikum, das dich zu einem glücklichen Menschen macht. Es geht darum, das zu tun, was dir gut tut.

Liebeserklärung

Als ich mich wieder gut bewegen konnte, habe ich mir ein wunderschönes Retro Fahrrad gegönnt. Ein Gefühl von Freiheit.

Depressionen sind nicht von heute auf morgen weggeblasen. Sie begleiten dich lang und stellen dich immer wieder auf die Probe. Sie ziehen dich regelmäßig hinunter in die schwärzesten Löcher und warten, ob du es aus eigener Kraft schaffst, wieder nach oben zu klettern. Es ist nicht einfach, so zu leben. Aber es ist machbar. Wenn man offen damit umgeht. Wenn man zu dem steht, was man ist. Wenn man sich so liebt, wie man ist. Und wenn man aus den Fehlern der Vergangenheit lernt. Und, wenn man auf sein Herz hört.

Meine Psychologin meinte letztens zu mir:

„Das Schlechte ist, dass Ihr ganzer Lebensplan auf den Kopf gestellt wurde. Das Gute dabei ist, dass Ihr ganzer Lebensplan auf den Kopf gestellt wurde.“

Ich habe meine persönliche Selbstverwirklichung in der Vintage und Retro Welt und meinem Blog gefunden. Das Studium ist auf „Pause“ gestellt und darf erst wieder in mein Leben, wenn ich es wünsche. Weil ich jetzt, nach über 20 Jahren weiß, was mir gut tut. Tolle, liebe Menschen zu treffen. Schöne Bilder zu machen. Interessante Texte zu schreiben und diese mit anderen zu teilen. Kleider zu tragen, in denen ich mich schön und selbstbewusst fühle. Kreativität auszuleben und mit meinen Händen etwas Neues zu schaffen, das anderen eine Freude bereitet.

Ich wünsche jedem Menschen, dass er ebenfalls das findet, was ihn erfüllt! Denn das ist das Leben. Und ich liebe es.

Liebeserklärung an das Leben

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41 Kommentare

  • Antworten Corazonisima 30. Dezember 2014 at 11:42

    Da musst ich jetzt aber weinen. Danke, dass du das mit uns teilst. Fühl dich gedrückt von mir! Mach weiter so, mache das was dir tut gut, egal was andere denken und bleib so stark! Dein Tattoo ist toll geworden. <3 ganz herzliche Grüße, Corazonisima von vintaliciously

  • Antworten Nine 30. Dezember 2014 at 11:42

    Ach ich bin verliebt!
    Ich habe dich so gern und bin so stolz auf dich! Das hast du so schön geschrieben und es ist so wahr. Ich freue mich so sehr für dich, dass du dein Leben jetzt genießen kannst und es dir so viel besser geht als je zuvor! Ich werde immer für dich da sein und du kannst immer nach mir rufen wenn dir danach ist oder du mich brauchst oder du einfach magst.
    Ich habe dich sehr lieb.
    Deine Nine <3

  • Antworten Amelie 30. Dezember 2014 at 11:56

    Du hast das wirklich super geschrieben! Ich finde es nicht leicht über so etwas und dann auch noch über sich selbst zu schreiben. Ich muss sagen, mir stehen die Tränen in den Augen, denn mal wieder wird einem bewusst, wie wichtig es eigentlich ist, sich um sich selbst zu kümmern! Das es überhaupt nicht wichtig ist, was du für Klamotten trägst, welchen Beruf du hast oder wie gut deine Noten in der Schule sind/waren!! Die eigentlichen Dinge, die zählen sind für das Auge unsichtbar und müssen erfühlt werden.
    Ich wünsche dir viel Krafti, für deinen weiteren Weg und hoffe, dass du so etwas nicht noch einmal durchleben musst! 🙂

    Liebste Grüße, Amelie ♥
    http://www.ameswelt.blogspot.de

  • Antworten Lina 30. Dezember 2014 at 12:08

    Was für ein toller Text! So wunderbar berührend geschrieben – ich finde es bewundernswert, so persönliche Dinge zu teilen. Das regt zum Nachdenken an, über die wirklich wichtigen Dinge, wie du auch mehrfach betont hast. Das Tattoo sieht toll aus! Ich wünsche dir ganz viel Kraft, auch weiterhin so stark damit umzugehen. Aber du scheinst von tollen Menschen umgeben zu sein und das ist so viel wert!

    • Antworten Vintagemädchen 27. Januar 2015 at 11:57

      Liebe Lina,
      vielen Dank für die lieben Wünsche.
      Ich hoffe, ich konnte dem einen oder anderen etwas von meiner Stärke abgeben. 🙂
      Liebste Grüße,
      Victoria

  • Antworten Mona 30. Dezember 2014 at 12:21

    Wie unglaublich berührend… mir standen wirklich die Tränen in den Augen und war auf einen solchen Text gar nicht vorbereitet. Wunderbar geschrieben, wie großartig wie du alles durchgestanden und verarbeitet hast. Da fällt es wirklich schwer die passenden Worte drauf zu finden… außer Danke dafür und allen denen du hiermit Mut geben wirst.
    Ganz viel Kraft und Liebe, Mona von Belle Mélange

  • Antworten Laura 30. Dezember 2014 at 12:23

    Der Text ist wirklich sehr berührend. Es ist wirklich mutig solche persönlichen Dinge mit der Öffentlichkeit zu teilen. Du kannst unglaublich gut schreiben und das Tattoo ist sehr schön. Ich wünsche dir noch ganz viel Kraft auf deinem weiteren Lebensweg und hoffe dass all deine Wünsche in Erfüllung gehen.

    Liebe Grüße,

    Laura von http://lauraskreativecke.blogspot.de/

    • Antworten Vintagemädchen 27. Januar 2015 at 11:56

      Liebe Laura,
      vielen Dank für die tollen Komplimente!
      Solch positives Feedback hilft mir auch immer sehr, weiterzumachen.
      Liebste Grüße,
      Victoria

  • Antworten Moppi von Moppisblog 30. Dezember 2014 at 13:08

    Ein sehr schöner Bericht, so ehrlich und ermutigend. Vielen Dank dafür, ich habe auch ähnliches erlebt und erkenne mich auch in vielem wieder. Das Leben zu genießen, besonders die kleinen Glücksmomente, das ist das wichtigste.

    Liebe Grüße,
    Moppi

  • Antworten Mella Sophie 30. Dezember 2014 at 13:11

    Sehr schöner und berührender Post! Mehr kann ich dazu eigentlich nicht sagen, ich bin sprachlos…
    Dein Tattoo gefällt mir sehr.

    Liebe Grüße, Mella
    http://sophieoriginals.blogspot.de/

  • Antworten Conny 30. Dezember 2014 at 18:16

    Liebe Vicky,,
    Ich bin sehr berührt, Deine Zeilen zu lesen und es freut mich, dass es Dir wieder gut geht. Krankheit ist oft ein Ort des Lernens, der in keinem Buch geschrieben steht. Diese Erfahrung habe ich selbst auch gemacht. Ich freue mich wenn wir uns mal Wiedersehen. Sei lieb umarmt von Conny ( Knutsche von Nine)

  • Antworten TanjasBunteWelt 30. Dezember 2014 at 21:04

    Wow, du bist eine absolut starke Frau die ihren Weg erst durch Norbert erkennen konnte. Ich wünsche dir viel Liebe und tolle Momente im Leben.
    Wir alle sollten öfter das tun was wir lieben und uns bewusst sein, dass das Leben nicht unendlich ist!
    Ich danke dir für diese tollen Worte und das du sie mit uns geteilt hast, deine Geschichte.
    Liebe Grüße und ein Gutes Neues Jahr

  • Antworten maddi 31. Dezember 2014 at 10:11

    Das bringt mich zum weinen Vici 🙁
    ich wünsche dir heute einen guten Rutsch ♡ und hoffe wir sehen uns im neuen jahr irgendwann wieder .
    Mann sollte wohl öfter das machen was einem Freude bringt und glücklich macht und nicht immer der Pflicht hinterher jagen . Ich mag dich mal drücken 🙂 bis bald deine madlen ♡

    • Antworten Vintagemädchen 27. Januar 2015 at 11:55

      Liebe Maddi,
      Ich freue mich auch, dich bald wiederzusehen! 🙂
      Liebe Grüße

  • Antworten Jule 31. Dezember 2014 at 12:38

    Wow. Und das ist kein Wow-krasse-Bilder-und-langer-Post-Wow sondern eher ein Bewunderungs-wow..
    Selten habe ich einen solche emotionalen Text wie deinen gelesen, generell einen sehr gut geschriebenen Text..
    Die Diagnose tut mir unendlich leid für dich:( Ich hoffe und wünsche mir für dich, dass du weiterhin im neuen jahr positiv denken kannst und wirst.

    Trotzdem einen angenehmen und guten Rutsch ins neue Jahr!
    Jule

  • Antworten Marie-Theres 31. Dezember 2014 at 12:54

    Wahnsinn, was du durchgemacht hast! Ich wünsche dir alles Gute und viel Glück auf deinem weiteren Weg. <3
    Liebe Grüße,
    Marie

  • Antworten Julia 31. Dezember 2014 at 13:17

    Wow, was für ein toller Text! Ich finde mich sehr darin wieder, mir ist, wenn auch nicht ganz so schlimm, 2014 Ähnliches widerfahren und hat mich soviel stärker gemacht. Wie schön ist es doch, sich an kleinen Dingen zu erfreuen und nicht alles Schlechte mein Leben bestimmen zu lassen 🙂 Vielen Dank für noch mehr Inspiration und auf ein tolles Jahr 2015 mit vielen glücklichen Momenten am Wasser, mir geht es dort nämlich ganz genauso wie dir. Und auf Pünktchenkleider! Die machen mich glücklich 🙂 LG Julia

  • Antworten Sarah 31. Dezember 2014 at 13:27

    Wow ich bin echt sprachlos! Der Text ist so emotional und voller Liebe. Ich finde es unglaublich, dass du so offen schreibst und uns an deiner neugewonnen Lebensfreude teilhaben lässt. Wow echt! Du hast mich echt zum nachdenken gebracht, wie lange kein Text mehr. Das muss ich erst mal sacken lassen.
    Ich wünsche dir und Norbert ein wundervolles neues Jahr und einen guten Rutsch!
    Liebst, Sarah von Belle Mélange

  • Antworten BristolianGirl 31. Dezember 2014 at 13:38

    Wow… danke für Deinen Text. Ich bin berührt und gerührt. Ich sage auch immer, dass mein Burnout und meine Depressionen das Beste sind, was mir passieren konnte. Denn dadurch hat sich meine Sicht auf das Leben völlig verändert… erneuert irgendwie. Alles ist so wertvoll und wunderbar. Nicht immer natürlich, aber immer öfter.

  • Antworten Christine Meimers 31. Dezember 2014 at 14:45

    Ihre Geschichte hat mich sehr berührt. Danke! Ich war nie ein erfolgsorientierter Mensch – hatte ganz andere Vorbilder als Sie… aber ich weiß wie es ist wenn man „hätte tot sein können“ und wie es ist Depressionen zu haben. Was machen Sie jetzt? Haben Sie andere Ziele oder machen Sie nur langsamer mit mehr Achtsamkeit für sich weiter?

    • Antworten Vintagemädchen 1. Januar 2015 at 15:25

      Liebe Christine,
      vielen Dank für die lieben Worte.

      Ich habe tatsächlich andere Ziele als vorher. Vor meiner Erkrankung waren der perfekte Lebenslauf und eine steile Karriere mein absolutes Muss. Jetzt weiß ich, dass ich auch auf andere Wege viel erreichen und dabei sogar glücklicher werden kann. In allem, was ich ab sofort tue, überlege ich zuerst, ob es auch wirklich gut für mich ist. Denn man lebt schließlich nur ein Mal!

      Ich wünsche alles Liebe für das neue Jahr!

      • Antworten Christine Meimers 1. Januar 2015 at 15:52

        Liebes Vintagemädchen 🙂 ,
        ebenfalls alles Liebe für das neue Jahr! Mein guter Vorsatz fängt damit an mit mehr Herz und viel mehr Hirn wieder Fragen zu stellen und EIGENE Antworten auszudenken und andere mit anzuregen ihren Grips anzustrengen. Auf der Suche nach „ECHT und RICHTIG“ Kontakte knüpfen, Standpunkte finden und diskutieren und aktiv sein… (kennen)lernen und (neu/um)gestalten. Aber -auch dank dir- dem „was mir gut tut“ viel Platz einzuräumen. Also Licht, Luft und Liebe 😉

  • Antworten Vintagemädchen 1. Januar 2015 at 15:23

    Ich danke euch allen für die liebevollen Kommentare! Auch privat haben mich sehr viele Nachrichten erreicht, von Menschen, die Ähnliches erlebt haben und denen meine Worte zu neuer Motivation geholfen haben. Das berührt mich sehr und macht mich auch ein wenig stolz.
    Auch finde ich es wunderbar, dass ich einige dazu anregen konnte, das Leben neu zu überdenken und vieles anders wahrzunehmen und mehr zu schätzen. Es ist doch eben nicht alles selbstverständlich und man sollte sich immerwieder darauf besinnen, wie gut es uns trotz aller Hürden in unserer Welt geht.

    Ich wünsche euch ebenfalls alles Liebe und besonders Gesundheit für das neue Jahr!

  • Antworten instylequeen 1. Januar 2015 at 19:15

    Liebes Vintage- Mädchen,

    ich habe mir oft über den Sinn und das Glück im Leben Gedanken gemacht. Wenn wir es suchen, werden wir es nicht finden… denn oft es schon da und wenn wir es bemerken, schon wieder weg…Wenn ich deinen fantastischen Text lese, glaube ich, dass du auf einen guten Weg bist, dich selbst zu finden. Manche Menschen schaffen es nie und du bist mittendrin. Depressionen ist eine Krankheit, die jeden Menschen treffen kann. Vor allem Menschen, die sehr viel von sich selbst abverlangen und denken, dass die Familie sie so gerne hätte. Deine Familie scheint toll zu sein und es auch völlig egal zu sein, so lange du du bist und glücklich & gesund bist. Was will ein Vintage- Mädchen mehr? Ich bin übrigens auch immer auf den Suche nach mir selbst. Auch wenn ich mich gut zu kennen glaube. Ich denke es hört nie auf mit der Selbstfindung eines Menschens, bis wir die Erde verlassen. Aber das Leben ist zu kurz um Dinge zu tun, nur weil andere Menschen diese von uns erwarten. Ein toller Post von dir. Es hat mich zum nachdenken gebracht. Du kannst gefühlvoll schreiben. Bewahre es dir.Liebe Grüße

    http://www.instylequeen.de/

    • Antworten Vintagemädchen 27. Januar 2015 at 11:55

      Hey,
      da hast du völlig recht. Auf der Suche nach dem perfekten Glück wird man blind für die Dinge, die man längst schon hat.
      Ich bin wirklich dankbar für diese schwere Zeit, sonst hätte ich vermutlich noch Jahre für diese Erkenntnis gebraucht.
      Ich wünsche dir auch alles Liebe, von ganzem Herzen!
      Liebste Grüße,
      Victoria

  • Antworten Christin 3. Januar 2015 at 16:31

    So, jetzt hab ich etwas Pippi in den Augen!
    DAs hast du so schön geschrieben und dafür bekommst du auch meinen größten Respekt, dass du dich hier so öffnest.

    Vergiss nie, dass was war, denn es wird dir in der Zukunft immer zeigen, wie gut es dir jetzt geht.
    Manchmal muss man einfach so eine schlimme Erfahrung machen, um zu erkennen, welcher Weg der richtige ist.

    Ich danke dir für deinen offenen Worte und wünsche dir ein perfektes 2015!
    Fühl dich gedrückt,
    Christin
    http://www.madamelouflee.blogspot.de

    • Antworten Vintagemädchen 27. Januar 2015 at 11:54

      Oh liebe Christin,
      ich werde auf jeden Fall nicht vergessen, was geschehen ist. Du hast recht, so weiß man immer zu schätzen, wie gut es einem geht!
      Liebste Grüße und auch dir ein tolles Jahr :*
      Victoria

  • Antworten [Blogparade] Leipziger Lieblingsblogs · notestoherself 11. Januar 2015 at 12:10

    […] die mir vielleicht sonst verborgen geblieben wären. Bei ihr wird es auch persönlich: Ihre Liebeserklärung an das Leben möchte ich euch ganz besonders ans Herz […]

  • Antworten Laura Schmitz 12. Januar 2015 at 15:39

    Meine Güte, damit hab ich gar nicht gerechnet als ich angefangen habe den Post zu lesen um mein Kommentar darunter zu setzen.

    Jetzt bin ich ganz schön geschafft, voller Emotionen und fühle mit dir.

    Du bist unglaublich tapfer und ich freue mich mit dir, dass du dich jetzt so über dein Leben freuen kannst.

    Oft sind es die Schicksalsschläge, die eigenen oder die anderer, die einen aufwachen lassen. Die Blickweise aufs Leben ändern und man seine Einstellung zum Leben ändert.

    Bleib weiter wie du bist 😉

    Liebe Grüße Laura vom

    http://streuselsturm.blogspot.de/

  • Antworten Yvonne 12. Januar 2015 at 20:07

    Ich wollte den Text eigentlich mal so überfliegen. Aber das wäre dem Text nicht unwürdig. Was für schöne Zeilen. Alleine der Titel: Liebeserklärung an das Leben“ ist schon toll. Ich habe auch eine riesige Narbe, die ich nie als hässlich empfunden habe. Sie hat zwar keinen Namen, aber ich verstehe total was du meinst.

    Yvonne

    • Antworten Vintagemädchen 27. Januar 2015 at 11:49

      Liebe Yvonne,
      das freut mich, das dir mein Beitrag gefällt. Und dass auch andere nach solchen Erfahrungen nach vorne blicken können. Du hast recht, solche Narben sind wunderschön!
      Liebste Grüße,
      Victoria

  • Antworten Vintagemädchen – Retro Mode, Deko & Selbstgemachtes 15. Januar 2015 at 18:12

    […] schwerwiegendsten Artikel schlechthin in ihren Blog eingestiegen. Ausgehend von der Vermutung „Liebeserklärung an das Leben“ wäre ein Erfahrungsbericht über ihr erstes Mal im Tattoostudio, bemerkte ich schnell die […]

  • Antworten Janine 1. März 2015 at 19:05

    Ach Gottchen, darf ich dich einmal ganz fest in den Arm nehmen? Wunderschöne Zeile, vor allem die wo du ausdrückst das wenn man Dingen einen Namen gibt, dann sind sie weniger bedrohlich. Chapeau für deinen Charakter, du strahlst von innen und aussen! <3

    • Antworten Vintagemädchen 7. März 2015 at 21:04

      Liebe Janine.

      Vielen Dank für die lieben Worte. Das freut mich sehr!
      Liebste Grüße,
      Victoria

  • Antworten Vanessa 19. März 2015 at 16:27

    Auch zu diesem Artikel möchte ich ein paar Worte loswerden. Zunächst muss ich sagen, dass er wunderschön geschrieben ist – er macht die Höhen und Tiefen im Leben sehr deutlich. Erst dachte ich mir während des Lesens „hm…wir scheinen ja ein wenig unterschiedlich zu sein“, als du schriebst, dass du in der Schule bzw. während des Studiums immer Bestnoten nach Hause brachtest. Ich hingegen war immer recht mittelmäßig was die Noten betraf, betrachtete Lernen eher als lästig und hatte auch nie das Ziel, studieren zu müssen. Wahrscheinlich war ich damals einfach zu lange Kind und fand dies eher nicht so wichtig. Nun, mit einem teils lückenhaften Lebenslauf, habe ich es trotzdem irgendwie geschafft im Leben etwas zu erreichen. Einige – ich zähle mich dazu – merken erst später, was ihnen wirklich wert ist im Leben (erst jetzt habe ich beispielsweise den Ergeiz als Fotografin richtig durchzustarten). Als du erwähntest, dass man die kostbaren Momente im Leben voll ausschöpfen sollte, fand ich mich darin sehr wieder. Möglicherweise auch deshalb, da ich ebenfalls depressiv war und ich mich nun überwunden habe zur Psychotherapie zu gehen. Für viele – wie für mich – kein leichter Schritt, jedoch wollte ich die Gunst der Stunde nutzen, da ich motiviert genug war. Dass mit Norbert ist schon eine, nunja, recht krasse Geschichte. Und ja, so eine Narbe steht FÜRS Leben, es ist schön, dass du es genauso ansiehst und diese Narbe positiv betrachtest. So und nicht anders sollte man es tun! Einfach toll, wie mutig du damit umgehst – das kannst du noch deinen Kindern und Enkelkindern erzählen irgendwann und die werden – zurecht – sicherlich mal ganz stolz auf dich sein!

    Alles alles Liebe ❤
    Vanessa (www.frauchuba.de)

    • Antworten Vintagemädchen 13. Mai 2015 at 22:16

      Liebe Vanessa,

      entschuldige meine späte Antwort. Sie ist spät, aber sie kommt!

      Es berührt mich immer, wenn Menschen von solchen Erlebnissen berichten und das selbst Leuten, wie mir, die sie nicht kennen. Es ist ein großer Schritt und es ist bewundernswert. Solche Beispiele geben Mut und Kraft und es freut mich, dass auch du diese wieder gefunden hast! Ich merke doch, wie vielen Menschen von solchen Schicksalen betroffen sind und es schaffen, Positives für ihr Leben daraus mitzunehmen. Das ist wunderbar.

      Ich wünsche dir ebenfalls weiterhin alles Liebe!
      Victoria

  • Antworten Philipp 16. Juni 2015 at 22:52

    Liebes Vintagemädchen,

    ich danke dir für diesen Auszug aus deiner ganz persönlichen Geschichte und dafür, dass du diese Zeilen mit uns teilst. In der heutigen Zeit wird das Leben leider als viel zu selbstverständlich hingenommen. Jeden Tag sehe ich Menschen, die mich auf der Straße überholen, um schnell von A nach B zu kommen, die im Straßenverkehr rasen, um 2 Minuten früher am Ziel zu sein oder die sich immer die kürzeste Schlange aussuchen, um vielleicht noch eine rauchen zu können, bevor sie sich wieder ganz ihrem Stress in der Arbeit widmen können.
    Glaube mir, ich weiß, wie du dich fühlst (besser: gefühlt hast). Vor ein paar Jahren war ich genau da, wo du warst. Nur 1er und 2er in der Schule, 1er-Abitur und das Objekt großer Erwartungen. Im Studium gings weiter mit diesen Leistungen, bis… ja, bis mich das gleiche Schicksal ereilte wie dich. Wochen- nein monatelanges Leiden, kein Antrieb, keine Motivation, keine Freude, keine Hoffnung. Ich bekam eine Therapie (die ich alsbald wieder beendete – ein großer Fehler) und Medis, die ich auch bald wieder absetzte. Ich musste ja schließlich wieder funktionieren! Dann fingen die „Problemchen“ an. Bandscheibenvorfall, Knie-Arthrose (ich bin 27), Magen- und Herzprobleme, Tinitus. Die zweite Depression war geboren. Ich kämpfe mich mühsam wieder ins Leben zurück. Wieder Medis, neue Therapie. Habe jetzt (trotz aller Misgunst seitens meiner Mutter) eine einfache Ausbildung gemacht, die ich jetz bald beende. Kein toller Manager-Job, keine Anzüge, keine Afterwork-Parties, wo man über die „armen“ Arbeiter lästert und sich am Kaviar gütlich tut. Nein. Ich arbeite, bekomme etwas weniger dafür. Aber dafür sehe ich jeden Tag die Menschen, die mir etwas bedeuten und darf Zeit mit ihnen verbringen. DAS ist das Leben! Viele Menschen (darunter meine Mutter) sehen das heute nicht mehr. Das ist sehr schade. Ich finde jeder Mensch sollte das Beste aus seiner Zeit machen. Ich möchte später an meinem Sterbebett sagen: „Ich habe gelebt. Und das habe ich verdammt nochmal gut gemacht.“ Mein größtes Ziel ist es jetzt, eine Familie zu gründen und genau diese Werte meinen Kindern mitzugeben. Dann habe ich alles erreicht.
    Ich hoffe, dass sich viele Menschen deine Geschichte durchlesen und davon etwas mitnehmen!
    Ich habe größten Respekt vor dir, dass du das alles gemeistert hast und nicht aufgegeben hast (und ich weiß verdammt gut, wie leichtfertig man darüber nachdenkt)!
    Ich wünsche dir das Allerbeste! Und genieße dein Leben. Denn dafür ist es da!
    Dein Philipp

    • Antworten Vintagemädchen 23. Juni 2015 at 15:34

      Lieber Philipp,

      Wow. Vielen lieben Dank für deine lange Nachricht, deine Offenheit, die lieben Worte und die persönlichen Auszüge. Es ist immer bewegend zu sehen, bei wie vielen ich auf „wunde Punkte“ stoße, da doch einige ähnliche Erlebnisse machen und machten.

      Auch dir wünsche ich natürlich von Herzen alles Liebe! Bleib so wie du bist, behalte die Kraft und auch du wirst alles schaffen, so lange du an dich glaubst!

      Ganz liebe Grüße und alles Glück auf der Welt!
      Victoria

  • Antworten laura 23. Juni 2015 at 9:01

    Nun lerne ich dich gestern persönlich kennen und entdecke heute diesen ganz besonderen, superpersönlichen Artikel von dir, den ich wirklich berührend fand! Ich finde es toll und bewundernswert, dass du mittlerweile so offen damit umgehst und das vermeintlich schlimme Schicksal als positive Wendung betrachtest. In vielen Dingen, die du schreibst, habe auch ich mich wiedergefunden: immer gute Leistungen erbringen, ein gerader Lebenslauf… Aber ich stimme dir zu, dass es die kleinen Dinge sind, die zählen. Es ist manchmal schwierig herauszufinden, was einem selbst wirklich wichtig ist, wenn man oftmals eher damit beschäftigt ist, denn Wünschen anderer gerecht zu werden. Aber man sollte es dennoch immer wieder versuchen! Und solche Auszeiten, ob freiwillig oder verordnet, können uns auf jeden Fall dabei helfen! Ich wünsche dir alles Liebe und bin mir ganz sicher, dass du deinen Weg gehst <3

    Laura // tagtraeumerin.de

    • Antworten Vintagemädchen 23. Juni 2015 at 15:36

      Liebe Laura,

      vielen Dank für die lieben Worte 🙂 Ich finde es wichtig, solche Dinge mal offen auszusprechen, weil es sich viele einfach nicht trauen. Dabei sind solche Probleme keine Ausnahmen mehr und viele suchen eine Möglichkeit, sich auszudrücken oder verstanden zu fühlen. Deswegen hoffe ich, noch mehr Leute zu animieren, sich selbst so zu akzeptieren und offener damit umzugehen.

      Ich danke dir für die lieben Wünsche, ich bin der festen Überzeugung, dass alles gut wird!
      Liebste Grüße,
      Victoria

  • Antworten Madlén Bohéme 18. Januar 2016 at 17:26

    Ich bin berührt, beeindruckt und begeistert zugleich. Was für eine wundervolle Frau du innen, wie äußerlich bist. <3

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