Vintage Leipzig – die schönsten Vintage Highlights

1. Februar 2016

Mit dem Stadtschwärmer unterwegs in Leipzig

Mein „Vintage Leipzig“, die schönsten Spots, Cafés und Shopping Highlights mit nostalgischem Flair habe ich, so dachte ich, in den letzten Monaten schon recht ordentlich ausgemacht und erforscht.

Die süße Kaufbar mit wunderschönen Retro Kleidern in der Südvorstadt, der große Trödelmarkt auf der Agra oder das Jugendstilcafé Riquet in der Innenstadt sind meine liebsten Anlaufpunkte, wenn ich auf der Suche nach ein wenig Vintage Flair bin.

Nun wurde von einem tollen und kreativen Team ein neuer Leipziger Stadtführer namens „Stadtschwärmer“ veröffentlicht, der sich nicht nur mit den alteingesessenen Touristen-Tipps auseinandersetzt, sondern auch Spots empfiehlt, die einem Leipzig Besucher nicht auf den ersten Blick ins Auge fallen würden.

Vintage Leipzig Stadtschwärmer

Schon das Cover des Buches finde ich sehr gelungen. Das Foto ist von Marcus Mlynek.

So habe ich das Buch durchblättert und mit Überraschung festgestellt, wie klein doch das Dunstfeld ist, in dem ich mich in dieser aufregenden Stadt täglich bewege.

Verrückt, dass man jahrelang in einer Stadt lebt und doch merkt, dass man viele ihrer Gegenden selbst immer noch nicht erkundet hat. Viele Informationen über meine Stadt, die ich in diesem Buch erfahren habe, ließen mich verwundern, staunen oder lachen.

Bisher wusste ich beispielsweise nicht, dass in Leipzig immer noch eine Minol Tankstelle aus DDR Zeiten betrieben wird, dass wir in der Riebeckstraße eine Frischfleischtheke allein für Haustiere haben oder dass in der Könneritzstraße eine einzigartige Salbenmanufaktur ihren Sitz hat.

Witzige Impressionen und Hintergründe, die ich mir für meine zukünftigen Erkundungstouren merken werde.

Vintage Leipzig Villa Hasenholz

Noch heute ein besonders romantischer und nostalgischer Ort: Die Gründerzeitvilla Hasenholz. Foto von Nick Putzmann.

So finde ich, ist dieses Buch nicht nur eine schöne Begleitung für Besucher, die tief in das Stadtleben eintauchen und bei den Einheimischen besonders beliebte Plätze entdecken möchten, die ein herkömmlicher Reiseführer übergehen würde. Ganz so, als hätte man eine gute Freundin an der Seite, die ihre liebsten Orte mit einem teilen möchte.

Ich kann den Stadtschwärmer auch jahrelangen Leipzigern sehr ans Herz legen. Als Inspiration, um im Sommer ein paar schöne Kanäle, Cafés oder Konzerthallen aufzusuchen, im Winter kleine Museen zu besichtigen, die als Geheimtipps den großen Ausstellern in nichts nachstehen.

Und natürlich, um herausfinden, dass Leipzig wunderbare Ecken für Vintage Fans und Retro Liebhaber bietet, die ich dir hier mit Hilfe des Buches vorstelle.

Eben all das nachzuholen, was man im wunderschönen Leipzig noch nicht erforscht hat.

Vintage Leipzig – Tipps und Highlights für deinen Besuch aus dem Stadtschwärmer

Vintage und Retro Shopping in Leipzig

Was Flohmärkte angeht, so ist man in meinem „Vintage Leipzig“ definitiv bestens versorgt. Besonders zwischen Frühjahr und Herbst finden bei uns wunderbare Märkte unter freiem Himmel statt, doch auch das ganze Jahr über öffnen viele RetroSecond Hand und Antiquitäten Läden ihre Türen.

Hilde tanzt & Garderobe

Der Stadtschwärmer legt seinen Lesern beispielsweise den Shop „Hilde tanzt“ ans Herz. In der Georg Schwarz Straße betreibt Inhaberin Anna ihre Secondhand Boutique mit feinster Damenmode aus alten Zeiten, auch Stücke für die Herren und Kinder sind im Angebot.

Auch die Garderobe mit anschließendem Kostümfundus im Westwerk ist eine tolle Empfehlung.

WKR

Einzigartige Industrieleuchten und historische Einrichtung werden im Lindenauer Atelier WKR geboten. Künstler Wolf Konrad Roscher bezeichnet seinen Laden als „sich ständig im Wandel begreifende Totalinstallation“.

Er restauriert alte Objekte im Industriestil, fertigt Grafiken und bietet eine große Auswahl an Interieur und alten Designklassikern mit Fokus auf die letzten 100 Jahre.

Vintage Leipzig WKR

Kleiner Einblick in die Arbeitswelt von Künstler Roscher. Foto von Nick Putzmann.

Die Kaufbar

Wer tolle Retro Kleider und besondere Accessoires shoppen möchte, die es ebenfalls nicht in jedem Online Store zu finden gibt, der kann in der Kaufbar in der Bernhard-Göring-Straße seine neuen Lieblingsstücke entdecken. Sie ist mein heimlicher Lieblingsladen in meinem „Vintage Leipzig“.

Dort gibt es etwa zauberhaften Schmuck aus Plauener Spitze, zeitlose und elegante Mode für die Dame aus den 30er bis 60er Jahren, und auch für den Gentleman ist natürlich gesorgt! Die sympathische Inhaberin Manja hilft gern bei jeder noch so ausgefallenen Anfrage weiter.

Untersetzer aus Plauener Spitze

In der Kaufbar findest du tollen Schmuck oder süße Deckchen aus Plauener Spitze. Foto von Anne Schwerin, Kleid von Frozen Hibiscus.

Flohmärkte

Leipzigs größter Trödelmarkt findet ein Mal im Monat auf dem Gelände der Agra statt. Dort bieten etwa 1.000 Händler ihre Ware an.

Auch der Flohmarkt auf der alten Messe ist ein toller Tipp. Vor den Stufen unseres Völkerschlachtdenkmals kann man das eine oder andere Vintage Schätzchen ergattern. Eine tolle Übersicht über Leipzigs Flohmarkt Termine gibt es hier.

Kulinarisches und Cafés mit Retro Flair

Solch ausgedehnte Shopping Touren machen natürlich hungrig! Unser „Vintage Leipzig“ hat wunderbare Cafés zu bieten, in denen es sich in nostalgischer Atmosphäre entspannt schlemmen lässt.

Café Corso

Das Café Corso am Rande der Innenstadt ist bereits seit 1912 ein Familienbetrieb. Neben frisch aufgebrühtem Kaffee kann der Besucher selbstverständlich auch die berühmte Leipziger Lerche hier genießen. Besonders liebe ich im Café Corso die geschmackvolle Wanddekoration und die Kombination aus hellen, klassischen Farbtönen und dem dunklen Holz.

Ein Ort zum Wohlfühlen.

Vintage Leipzig Café Corso

Was für eine romantische und nostalgische Atmosphäre im Café Corso! Foto von Nick Putzmann.

Drogerie

Ein weitere Örtlichkeit, an dem man nach einem anstrengenden Shopping Tag oder Ausflug richtig die Seele baumeln und den Gaumen verwöhnen lassen kann, ist die Drogerie im Schillerweg in Gohlis. Aus dem frühen 19. Jahrhundert, wurde das Gebäude in den 30ern zu einer Drogerie umgebaut.

Seit Ende der 90er wird das Etablissement nun als Restaurant mit französischem Flair genutzt.

Vintage Leipzig Drogerie

Foto von Nick Putzmann.

Riquet & Grundmann

Zwei weitere tolle Cafés im Vintage Stil möchte ich dir selbst noch empfehlen. Zum Einen das Café Riquet in der Innenstadt, welches in Jugendstilmanier an die traditionellen Wiener Kaffeehäuser erinnert.

Zum anderen ist auch das Café Grundmann einen Besuch wert, dessen Mobiliar seit knapp 100 Jahren nahezu identisch geblieben ist. Beide habe ich auf meinem Vintage Blog in diesem Beiträgen vorgestellt: „Zum Kaffee ins Café Riquet“ und „Kaffeegenuss im Café Grundmann“ .

Cafe Grundmann

Das Café Grundmann in der Mahlmannstraße.

Villa Hasenholz

Die Villa Hasenholz war schon um die Jahrhundertwende ein beliebtes Ausflugslokal am Rande des Auwaldes. Als Treffpunkt für Kunst- und Kulturliebhaber darf sie im Stadtschwärmer natürlich nicht fehlen.

So ist diese Gründerzeitvilla noch heute mit ihrem Restaurant und Biergarten ein romantisches Ausflugsziel und eine liebevoll gestaltete Unterkunft inmitten von schönstem Grün.

Vintage Leipzig Villa Hasenholz

Romantische Atmosphäre in der Villa, Foto von Nick Putzmann.

Kulturstätten aus der Vergangenheit

Als Kunsthistoriker liebe ich es natürlich, Leipzigs zahlreiche Museen zu besuchen. Doch auch ich habe hier meine persönlichen Favoriten. Dazu zählt definitiv, zugegeben ganz klassisch und unerwartet, das GRASSI Museum am Johannisplatz.

GRASSI Museum

Das GRASSI bietet in drei Themenbereichen zahlreich Dauer- und Sonderausstellungen zu Musikinstrumenten, Völkerkunde, und meinem liebsten Gebiet: Angewandte Kunst. Auch der Stadtschwärmer hat die Angewandte Kunst besonders hervorgehoben.

Ganze 2.000 qm Fläche umfasst dieses Museum, welches bereits 1874 gegründet wurde und uns durch 2.500 Jahre Kunst und Kultur führt, ob die Antike, Barock oder das Bauhaus. Eine Empfehlung von Herzen!

Museum für Druckkunst

Das Museum für Druckkunst in der Nonnenstraße ist für mich in unserem „Vintage Leipzig“ ein kleiner Kulturschatz, auch der Stadtschwärmer hat diese kulturell so besondere Einrichtung nicht außen vor gelassen.

Bis ins Ende des 19. Jahrhunderts reicht die Geschichte dieser Einrichtung als industrieller Standort zurück. Seit 1921 diente das Gebäude als Druckerei- und Verlagshaus. So kann der Besucher noch heute das alte Flair der Druckerei spüren, die historischen Maschinen testen und sich durch die Geschichte des Druckes führen lassen.

Vintage Leipzig Museum für Druckkunst

Im Museum lässt sich zwischen alten Setzkästen, Druckereimaschinen und tausenden Lettern nach Herzenslust forschen. Foto von Nick Putzmann.

Historisches Stadtbad

Ein großartiger, historischer Veranstaltungsort verbirgt sich hinter den Mauern des Historischen Leipziger Stadtbads. Als erstes Wellenbad wurde es laut Stadtschwärmer Anfang des 20. Jahrhunderts geöffnet und war bis 2008 in Betrieb. Heute finden im ehemaligen Bad nahe des Hauptbahnhofes Theatervorstellungen, Feste oder Ausstellungen ihren Platz.

Architekt Otto Wilhelm Scharenberg hat hier wirklich einen einzigartigen Ort geschaffen, auch eine Sauna im orientalischen Stil gilt es zu bewundern. Schau doch mal hier vorbei.

Vintage Leipzig Stadtbad

Das historische Stadtbad, Foto von Nick Putzmann.

Eine unendliche Geschichte

Diese Einblicke und Inspirationen sind natürlich nur eine kleine Auswahl dessen, was euch im zauberhaften Leipzig und auch an Empfehlungen im Stadtschwärmer erwartet. Die zwanzig Euro für das Buch sind eine lohnende Investition. Du findest es beispielsweise hier auf der Website.

Und nun wünsche ich dir einen genussvollen und erlebnisreichen Aufenthalt in unserem wunderschönen klein Paris und meinem „Vintage Leipzig“!

 

Mehr Blogbeitrage und Ausflugstipp zu meinem „Vintage Leipzig“ findest du hier:

Zum Kaffee ins Café Riquet
Neue Gegenden erkunden – Rokoko Glanz entdecken
Ausflug in den Dschungel: Das Gondwanaland im Zoo Leipzig
Kaffeegenuss im Café Grundmann

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4 Kommentare

  • Antworten Madlén Bohéme 8. Februar 2016 at 18:13

    Sehr schöner Post liebe Victoria, vor allem weil er deine Vintage Hotspots zeigt, die auch für mich und viele andere spannend sind. Vor allem die alte Drogerie finde ich wunderschön!

    Liebst,

    Madlén von http://www.madlenboheme.com

    • Antworten Vintagemaedchen 9. Februar 2016 at 10:42

      Liebe Madlen,

      das freut mich sehr, dass dir der Beitrag gefällt!

      Liebste Grüße, Victoria

  • Antworten Kat 6. März 2016 at 16:25

    Warst du mal im Friseursalon Madame Käthe? Du wirst es lieben :)

    • Antworten Vintagemaedchen 10. März 2016 at 18:17

      Hallo Kat,

      ich kenne den Salon, war aber selbst noch nicht dort. :))

      Liebe Grüße, Victoria

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