Das goldene Wählscheibentelefon

24. August 2014

goldenes Wählscheibentelefon

Ein Wählscheibentelefon als Vintage Deko

Wie kam ich zu diesem wundervollen Wählscheibentelefon? Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist es, über Trödelmärkte zu schlendern. Die Vielfalt an alten Vintage Möbeln, Schmuckstücken und Kunstwerken lässt kreative Gedanken sprudeln und taucht die Besucher in alte Zeiten.

Wenn ich sie näher betrachte, frage ich mich oft, was die ausgestellten Objekte in ihrer Zeit alles erlebt haben. Von wem sie wurden sie benutzt, wer hat sie betrachtet, bewundert, verschenkt, fotografiert, ausgestellt, verkauft? Und nun stehen sie hier, von ihren ehemaligen Besitzern hinterlassen oder aussortiert, um ihr zweites Leben zu beginnen. Diese Schätze vergangener Epochen sind für uns oftmals Objekte von Bewunderung, da wir sie nur aus den Erzählungen unserer Großmütter oder aus alten Filmen kennen.

Ich hatte eine genaue Vorstellung, was ich mir gerne anschaffen wollte, als ich auf dem großen Antikmarkt in Leipzig unterwegs war. Einen alten Druck oder Kupferstich (vorzugsweise von Leipzig) für unser Wohnzimmer, ein kleines Retro Schränkchen für den Flur. Und wenn dann im Portemonnaie noch etwas übrig ist, endlich eine von mir so heiß ersehnte Meißener Teekanne.

Auf der Suche nach diesen Dingen wurde ich irgendwann ziemlich ungeduldig. Entweder waren sie nicht erschwinglich, oder das Porzellan gab es nur im üppigen Set zu kaufen. Überhaupt, dachte ich mir, ist es nicht ganz schön blöde, mit einer Einkaufsliste über einen Trödelmarkt zu gehen!? Und wie es eben so ist, schlendert man dann mit völlig anderen Dingen nach Hause.

Ein Wählscheibentelefon aus den 30er Jahren

Mein Blick schweifte über einen weiteren der hunderten Stände und klebte an einem wunderschönen alten Vintage Wählscheibentelefon hängen. Als ich meinem Freund erklärte, dass ich ja schon sooo lange ein originales Fon mit Wählscheibe haben wollte, nickte er nur mit einem ‚Jaja, schon klar…-Blick‘ mit dem Kopf.

Wählscheibentelefon aus Dänemark

Als ich nach dem Preis für das Schätzchen fragte, musste ich doch kurz erschaudern. Immerhin sei es aus den dreißiger Jahren, aus Dänemark, und noch voll funktionsfähig, man müsse es nur anstecken! Ich sah schon die nächsten Interessentinnen kommen und wollte partout nicht aufgeben. Nach einem langen Hin- und Her konnten wir den Verkäufer auf die Hälfte des vorgeschlagenen Preises herunterhandeln. Der Tag war durch das goldene Wählscheibentelefon, juhu, ein voller Erfolg.

So. Welches Fazit habe ich daraus gezogen?

  1. Es macht keinen Sinn (und keinen Spaß), mit einer Will-ich-haben-Liste auf einen Flohmarkt zu gehen.
  2. Man sollte sich nie mit den vorgeschlagenen Preisen zufrieden geben. Mit etwas Durchhaltevermögen und einer Prise Charme lassen sich oftmals gute Preise erzielen.

Ich habe das Wählscheibentelefon sorgfältig gesäubert und mit Wattestäbchen dessen Wählscheibe gereinigt. Um ihm ein Monopol auf meinem Schreibtisch zu sichern, muss unser (viel zu modernes) Haustelefon ab sofort neben dem Stuhl auf dem Boden stehen. Man muss da ja schon konsequent sein!

Und es sieht dort wirklich zauberhaft aus. Dieses leichte güldene Schimmern, wenn die Sonne durch die Fenster schaut. Und brauche ich einen Moment zum Nachdenken, dann spiele ich auf der Wählscheibe herum und höre zu, wie sie leise klickert.

Ich habe mich jedoch immer noch nicht dazu durchgerungen, einen Adapter zu kaufen und zu testen, ob es auch wirklich funktioniert. Der Gedanke daran, dass man es noch benutzen könnte, reicht mir eigentlich schon. Und mein Respekt vor diesem Stück ist einfach zu groß, dass ich das Gefühl habe, sein Vintage Zauber ginge mit dem Anschluss an meine moderne Steckdose verloren.

Ich freue mich schon auf den nächsten Trödeltag, und diesmal lasse ich mich überraschen, was mir vor die Nase kommt!

 

Wählscheibentelefon 30er Jahre

 

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3 Kommentare

  • Antworten ULLA 23. August 2014 at 4:46

    Ganz zauberhafte Idee :-))) Viel Spass weiterhin und viele schöne Fohmarktsachen.
    Love and light (diesesmal aus Kalifornien – dann wieder aus Hawaii)
    ULLA

    • Antworten vicky1 28. August 2014 at 11:18

      Ich danke dir!
      Ganz liebe Grüße zurück

  • Antworten Vintagemädchen 3. September 2014 at 20:53

    Dankeschön, das freut mich!

    Liebe Grüße zurück

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